Die ARD veröffentlicht am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, die vierteilige Dokumentation „Being Sebastian Vettel“ in ihrer Mediathek; die ersten beiden Folgen laufen am 28. Oktober um 23.45 Uhr im Fernsehprogramm. Der Film zeichnet den Werdegang des vierfachen Formel-1-Weltmeisters nach und geht über den Sport hinaus.
Wie rtl.de berichtet, schildert Vettel in der Doku unter anderem ein bislang unbekanntes Geheimtreffen mit dem damaligen Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo. Auch Robert Habeck kommt zu Wort.
Das geheime Angebot von Ferrari
„Der erste Kontakt kam 2012 nach dem zweiten Titel“, erinnert sich der heute 39-Jährige in der Dokumentation. Es sei ein anerkennender Brief gewesen, „ohne auf irgendetwas anderes einzugehen“.
Der Verfasser war Luca di Montezemolo, damals Präsident von Ferrari. Vettel stand zu diesem Zeitpunkt am Höhepunkt seiner Red-Bull-Ära und galt als der neue Superstar der Formel 1. Die Scuderia suchte nach den Fabeljahren mit Michael Schumacher eine neue Titelära.
„Es war so ein ganz geheimes Treffen“, sagt Vettel. „Und er fragt, wie sieht es vertraglich aus, möchtest du für Ferrari fahren?“
Vettel lehnte damals ab. Er hatte Erfolg, er hatte Spaß, er war glücklich bei Red Bull. „Also habe ich abgesagt, aber natürlich die Tür ein bisschen offen gelassen.“ 2012 und 2013 wurde er erneut Weltmeister, 2014 folgte der Einbruch ohne einen einzigen Sieg. 2015 trat er in Maranello als Ferrari-Fahrer an. Die ersehnten Titel bei Ferrari blieben aus.
Die Last der elterlichen Opfer
Die Doku zeichnet auch den Menschen hinter dem Helm nach: seine Selbstzweifel als Pilot, das Cockpit als Fluchtort, seine Entschlossenheit und seine Gier nach den größten Pokalen. Die Mutter, die aus Sorge nach einem Einsatz im Formel-BMW-Wagen beinahe die Notbremse gezogen hätte. Der Vater, der alles unternahm, um die Karriere zu finanzieren.
„Das habe ich natürlich mitbekommen, dass die finanzielle Situation angespannt war, dass es nicht einfach war, wenn die nächste Mahnung ins Haus getrudelt ist“, erzählt Vettel. Er sei mit der Verantwortung gefahren, „dass ich wusste, wenn das jetzt in die Hose geht, habe ich das alles irgendwie aufs Spiel gesetzt“.
Es ging nicht in die Hose. Vettel wurde mit vier Titeln und 53 Rennsiegen zu einem der erfolgreichsten Piloten der Formel 1.
Antonelli kann Vettels Rekord brechen
Einen Rekord dürfte Vettel allerdings bald verlieren: den des jüngsten Weltmeisters, gekürt mit 23 Jahren. Kimi Antonelli kann bereits an diesem Wochenende im Mercedes mit gerade einmal 20 Jahren den Titel in diesem Jahr perfekt machen, wie auch die Sportschau darlegt.
Umweltschutz als zweite Laufbahn
Die Doku endet nicht beim Rennsport. Zu Wort kommen neben den Eltern auch Mentor Helmut Marko, ehemaliger Motorsportberater bei Red Bull, und Lewis Hamilton. Hamilton spricht voller Anerkennung über einen Ex-Rivalen, der zu einem Freund wurde, weil Vettel mehr im Kopf hatte als nur das Rennfahren.
Auch der frühere Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck von den Grünen ist vertreten. Der Grund liegt nahe: Vettels Einsatz für Umweltbelange und Nachhaltigkeit, bestärkt durch seine drei Kinder mit seiner Ehefrau.
Nicht ohne Grund beginnt die Doku mit Vettel, der eine Trophäe in den Händen hält, die nichts mit der Formel 1 zu tun hat: ein gläsernes Nashorn, das er Anfang 2026 als Umweltschützer des Jahres erhalten hat. Vettels Weg in die Nachhaltigkeit ist dabei kein Promi-Ritual, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Bewusstseins, das der Motorsport dringend braucht.
Wie die Gießener Allgemeine Zeitung schreibt, begann Vettel schon zu aktiven Zeiten, den Sport zu hinterfragen. Die Dokureihe zeichnet das Bild einer Motorsport-Ikone, die den „Sinn“ hinter dem Erfolg suchte.
„Ich glaube, der Weg, den ich jetzt angefangen habe zu gehen und zu bestreiten, ist in der Hinsicht ein nachhaltiger, dass er zufrieden macht“, sagt Vettel.
FAQ
Wann läuft die Vettel-Doku in der ARD?
Alle vier Folgen sind ab dem 22. Oktober 2026 in der ARD-Mediathek abrufbar. Die ersten beiden Folgen werden am 28. Oktober um 23.45 Uhr im ARD-Fernsehprogramm ausgestrahlt.
Wie viele Titel und Siege hat Sebastian Vettel?
Vettel gewann vier Weltmeisterschaften (2010, 2011, 2012 und 2013) und 53 Grand-Prix-Rennen.
Welchen Rekord könnte Kimi Antonelli brechen?
Antonelli kann als 20-Jähriger den Titel des jüngsten Formel-1-Weltmeisters übernehmen, den Vettel mit 23 Jahren hält.
