VSG Altglienicke: Trainer Dan Twardzik über Aufstiegsträume und den Druck der Favoritenrolle
Mit prominenten Neuzugängen wie dem ehemaligen Bundesligaspieler John Anthony Brooks hat die VSG Altglienicke vor der Saison 2026/27 für Aufsehen gesorgt. Trainer Dan Twardzik, mit 35 Jahren einer der jüngsten Coachs der Regionalliga Nordost, spricht im Interview über Ambitionen, die besondere Vereinskultur und seine Philosophie. Der Sohn des früheren Torhüters Rene Twardzik betont: „Wir wollen auf Platz eins stehen. Das ist der große Traum.“
Warum Altglienicke als Favorit gehandelt wird
In Umfragen unter Regionalliga-Trainern fiel der Name VSG Altglienicke immer wieder als Topfavorit für die neue Saison. Twardzik nimmt diese Rolle gelassen an: „Es ist ein gewisser Druck, aber auch Vorfreude. Wir als Verein haben unsere Träume. Früher oder später wollen wir aufsteigen.“ Gleichzeitig warnt er vor überzogenen Erwartungen: „Nach der Vorbereitung kann man nicht sagen, dass wir auf jeden Fall Topfavorit sind. Es gibt viele starke Mannschaften im Osten.“
Die hochkarätigen Neuzugänge und ihr Einfluss
Der Kader der VSG wurde mit Spielern wie John Anthony Brooks (ehemals Bundesliga und Nationalmannschaft), Ali-Erem Ersungur (2. Liga) sowie Sven Sonnenberg und Tolga Cigergi (beide 3. Liga) deutlich verstärkt. Twardzik zeigt sich zufrieden: „Der Kader ist super zusammengestellt, mit hoher Qualität. Aber Namen allein gewinnen keine Spiele. Die Mannschaft ist homogen, auch in der Kabine. Das wird uns tragen.“
Testspiele als Gradmesser für den Zusammenhalt
Die Vorbereitung verlief vielversprechend: Ein 1:1 gegen Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus und ein 6:0 gegen Oberligist Krieschow. Twardzik bewertet die Ergebnisse nüchtern: „Es geht um die Entwicklung. Da sind wir auf einem guten Weg.“ Ein Highlight steht am 18. Juli 2026 an: ein Test gegen Bundesligist RB Leipzig in Markranstädt. Der Trainer sieht darin eine Chance: „Wir wollen unsere Abläufe bewahren und umsetzen.“
Wie ein Regionalligist einen Ex-Bundesligaspieler verpflichtet
John Anthony Brooks wechselte trotz Angebote anderer Klubs nach Altglienicke. Twardzik erklärt: „Jay hatte enge Verbindungen zu unserem Teammanager Mauricio Marin. Er verfolgte den Verein schon lange. Das familiäre Umfeld und die enge Verdrahtung zwischen Mannschaft und Staff haben den Ausschlag gegeben.“
Trainerphilosophie: Offensivfußball mit taktischer Disziplin
Twardzik setzt auf einen offensiven Spielstil: „Wir wollen den Gegner früh stören und zielstrebig zum Tor kommen. Wir gehören zu den besten Offensivteams, müssen aber auch hinten sauber bleiben.“ Seine Vergangenheit als Torhüter prägt seine ruhige, aber entschlossene Art: „Diese Verrücktheit, die Torhütern nachgesagt wird, passiert bei mir selten.“
Die besondere Situation: Heimspiele in Fürstenwalde
Die VSG trägt ihre Heimspiele im 50 Kilometer östlich von Berlin gelegenen Fürstenwalde aus. Twardzik räumt ein: „Das ist ein leidiges Thema. Als Berliner Verein in Brandenburg spielen zu müssen, ist eine Katastrophe.“ Positiv sei jedoch der Zuschauerzuwachs in der vergangenen Saison.
Die Saisonziele und Favoriten
Geschäftsstellenleiter Paul Manske hatte einen Drittligaaufstieg als perspektivisches Ziel genannt. Twardzik bestätigt: „Die Ambitionen sind hoch. Wir haben einen neuen Rasen bekommen. Wir wollen uns nicht verstecken.“ Zum Saisonauftakt trifft Altglienicke auf Drittliga-Absteiger Erzgebirge Aue. Twardzik nennt Aue, den Chemnitzer FC und die eigene Mannschaft als seine drei Aufstiegsfavoriten.
FAQ: Häufige Fragen zur VSG Altglienicke und Dan Twardzik
Warum ist Dan Twardzik ein ungewöhnlicher Trainer?
Der 35-Jährige ist einer der jüngsten Trainer der Regionalliga und wechselte von der Torhüter- in die Cheftrainerrolle. Sein Weg führte über Stationen in Italien, Schottland und Tschechien.
Welche Rolle spielt John Anthony Brooks im Team?
Der ehemalige Bundesliga- und Nationalspieler bringt internationale Erfahrung mit. Seine Verpflichtung unterstreicht die gestiegenen Ambitionen des Vereins.
Wie realistisch ist der Aufstieg für Altglienicke?
Der Verein investiert in Infrastruktur und Kader. Twardzik betont jedoch, dass der Aufstieg ein Prozess ist: „Schritt für Schritt, Tag für Tag.“