Vor 20 Jahren, am 27. Oktober 2006, erschien „Back to Black“, das zweite Album der britischen Sängerin Amy Winehouse. Zum Jubiläum bringt ihre Plattenfirma ein erweitertes Paket auf den Markt: drei transparente Vinyl-Langspielplatten mit Demos, Single-B-Seiten und einem Live-Mitschnitt aus Amsterdam.
Wie die taz in einem persönlichen Rückblick berichtet, enthält die Kollektion neben dem Original-Studioalbum bislang unveröffentlichte Aufnahmen, darunter vier Demos, alternative Coverversionen und den Mitschnitt eines Konzerts im Amsterdamer „Paradiso“ vom Februar 2007. Hinzu kommen handgeschriebene Songtexte, bisher unveröffentlichte Fotos und neue Linernotes. Das Paket erscheint nach Angaben von That Eric Alper pünktlich zum 20. Jahrestag am 23. Oktober.
Ein Album, das für sich steht
Die elf Songs, produziert von Mark Ronson und Salaam Remi, verbinden Neo-Soul und Northern Soul zu einem Klang, der bis heute unverwechselbar bleibt. „Back to Black“ machte Winehouse 2006 weltweit bekannt und prägte die Popmusik der folgenden Jahre. Das Album, auf das sie nach einem Musikexpress-Bericht zufolge besonders stolz war, verkaufte sich millionenfach und gilt als eines der wichtigsten Soulalben des 21. Jahrhunderts.
Der Eröffnungssong „Rehab“ wurde zum Signature-Track. Winehouse sang darin von Abstürzen, toxischen Beziehungen und Alkoholabhängigkeit, mit einer Stimme, die taz-Autorin und Autoren als die einer „reifen Souldiva“ beschreiben. Der Widerspruch zwischen beschwingtem Beat und selbstdestruktivem Text prägt das gesamte Album.
Warum das Jubiläumspaket umstritten ist
Die taz hält die Neuauflage für kommerziell motiviert. „Back to Black“ bedürfe keiner Ergänzung, keiner Re-Irgendwas, schreibt das Blatt. Die elf Songs stünden für sich. Dennoch fallen die Bonusmaterialien positiver aus als erwartet.
Die Original-Demos von „I'm No Good“ und „Me & Mr Jones“ zeigen, wie stark sich die Albumversionen von den ersten Aufnahmen unterscheiden. „Me & Mr Jones“ trug ursprünglich den Titel „Fuckery“ und klang mit schwer schleppendem Beat und halligen TripHop-Einspielern deutlich weniger elegant. Die verworfene Version von „I've Been Drinkin‘“ klingt dagegen beschwingter als die Albumfassung. Auch die Neosoul-Tracks „Close to the Front“ und „Do Me Good“ überzeugen, hier singt Winehouse virtuos und beinahe unbeschwert.
Der Live-Mitschnitt aus dem „Paradiso“ gehört zu den seltenen Konzerten, in denen Winehouse ihre wandelbare Stimme voll ausspielen konnte. Enthalten ist zudem der Hit „Valerie“ von 2007 in einer Liveversion für die BBC.
Weniger gelungen: die Ska-Cover
Die vier Ska-Coverversionen fallen schwächer aus. Der Rolling Stone urteilte bereits 2008 über eine Winehouse-EP mit Coverversionen äußerst kritisch und nannte „Monkey Man“ von den Specials potenziell „zu Folterzwecken missbrauchbar“. Sam Cookes „Cupid“ sei dagegen deutlich gelungener gewesen.
Das kurze Leben einer Ausnahmekünstlerin
Nach „Back to Black“ folgte nicht mehr viel. Amy Winehouse starb am 23. Juli 2011 im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung, wie aus Wikipedia-Quellen hervorgeht. Sie hinterließ nur zwei veröffentlichte Alben. Bereits 2011 erschien posthum das Tribute-Album „Lioness: Hidden Treasures“.
Winehouse’ Einfluss auf die Popmusik ist dennoch groß. Der Song „Back to Black“ wurde zu einem ihrer bekanntesten Titel. Zeitgenössische Interpretinnen wie Lola Young haben, so die taz, bis heute nicht annähernd dieselbe „Schlagseite“ hingekriegt. Ob das Album nach 20 Jahren noch Bestand hat, bejaht nicht nur die taz, sondern auch neuere Rezensionen.
FAQ
Wann erschien „Back to Black“ von Amy Winehouse?
Das Album erschien am 27. Oktober 2006 in Großbritannien.
Was enthält das Jubiläumspaket zum 20. Geburtstag?
Drei transparente Vinylplatten mit dem Originalalbum, unveröffentlichten Demos, B-Seiten, alternativen Aufnahmen und einem Live-Mitschnitt aus Amsterdam von Februar 2007.
Wann starb Amy Winehouse?
Sie starb am 23. Juli 2011 im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.
