Das australische Bergbauunternehmen GreenX Metals will im späten Herbst 2026 Probebohrungen nach Kupfer in Ronshausen und Nentershausen in Nordhessen durchführen. Das Unternehmen schließt nach eigenen Angaben Investoren aus Russland und China aus und setzt ausschließlich auf Kapitalgeber aus dem westlichen Finanzraum.
Das berichtet die HNA, die dem Unternehmen in einem direkten Gespräch kritische Fragen stellte, die Leserinnen und Leser an die Redaktion herangetragen hatten. Im Mittelpunkt stehen mögliche Folgen für Mensch und Umwelt im Richelsdorfer Gebirge.
Was genau ist in Nordhessen geplant?
Die Explorationslizenz umfasst neben Kupfer weitere Metalle wie Silber, Molybdän, Kobalt und Lithium. GreenX erklärte gegenüber der HNA, es sei gängige Praxis, sämtliche Metalle aus rechtlichen, geologischen und wirtschaftlichen Gründen in einer Lizenz aufzulisten. So werde unter anderem verhindert, dass ein Landstrich zum Objekt konkurrierender Unternehmen wird.
Im Gebiet Tannenberg liegt der Schwerpunkt klar auf Kupfer. Ein Interesse besteht zudem am Silbervorkommen. Kobalt und Zink folgen mit abnehmender Wichtigkeit, wobei über deren Menge noch keine Aussage getroffen werden kann. Bei Lithium hält GreenX ein Vorkommen im Richelsdorfer Gebirge für unwahrscheinlich. Die Bergaufsicht überwacht sämtliche Aktivitäten.
Kommt es zu einem unterirdischen Abbau?
Daran will sich das Unternehmen vorerst nicht festhalten lassen. Der Fokus liege auf der Exploration, teilte GreenX mit. Bevor über einen möglichen Abbau gesprochen werden könne, müsse erst ausreichend Kupfer gefunden werden. Jegliche Aktivität werde innerhalb der strengen Vorgaben aus Deutschland und Europa stattfinden.
Das Unternehmen verweist auf Erfahrungen des zeitgemäßen Bergbaus aus Australien, Schweden, Deutschland und Österreich. Als Beispiele nennt GreenX die Grube Clara im Schwarzwald und das Wolframbergwerk in Mittersill in Österreich. Der Rohstoffabbau erfolge heute effizient und umweltverträglich, so das Unternehmen, einschließlich des Transportverkehrs.
Wasserschutz und Abraum: Wie reagiert GreenX auf Bedenken aus der Bevölkerung?
Wasser spielt im Bergbau eine große Rolle, räumt GreenX ein. Das Unternehmen verweist jedoch auf die Praxis in Australien, einem wasserarmen Bergbauland, wo sich Wasserschutz und Rohstoffabbau nicht widersprechen würden. In modernen Minen werde weltweit mit geschlossenen Wasserkreisläufen gearbeitet; das zur Erzreinigung genutzte Wasser werde aufbereitet und weiterverwendet. Der Wasserverbrauch sei verfahrensabhängig und unterliege in Deutschland strenger Überwachung. GreenX steht laut eigenen Angaben im engen Austausch mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG).
Zum Umgang mit Abraum erklärte das Unternehmen, über den Gehalt weiterer Metalle könne gegenwärtig keine Aussage getroffen werden. Gesteinsabraum werde auf jeden Fall analysiert. Es werde mit interdisziplinären Forscherteams gearbeitet, um Verschwendung möglichst zu vermeiden. Kosten und Nutzen müssten jedoch abgewogen werden. Es sei nicht vorteilhaft, hundert Prozent eines Nebenmetalls aus dem Abraum gewinnen zu wollen, wenn der Aufwand dafür zu hoch sei. Abraum und Rückstände würden im modernen Kupferbergbau streng kontrolliert; so lasse sich Abraum etwa zur Stabilisierung unterirdischer Stollen oder zum Verfüllen von Tagebauen einsetzen.
Arbeitsplätze für die Region?
Die Hoffnung der Region richtet sich auf künftige Beschäftigung. GreenX betont jedoch, keine voreiligen Versprechen machen zu wollen. Der Schwerpunkt liege im Moment auf der Erkundung, nicht auf dem Betrieb. Ob aus der Exploration einmal ein Bergwerk mit Arbeitsplätzen in Nordhessen wird, ist offen.
Investoren ohne russisches und chinesisches Kapital
An interessierten Investoren mangelt es dem Unternehmen zufolge nicht. Gespräche mit potenziellen russischen oder chinesischen Investoren fänden jedoch nicht statt, sagte GreenX der HNA. Größere Investoren stammen hauptsächlich aus dem westlichen Finanzraum, darunter der Rohstofffonds CD Capital.
Diese Entscheidung passt in einen größeren Kontext: Europa sucht angesichts der Spannungen mit Russland und China nach Wegen, die Rohstoffversorgung unabhängiger von autoritären Staaten zu gestalten. Wie das Handelsblatt
