Klebriger Rasen im September: Honigtau erkennen und bekämpfen
Wenn der Rasen im September plötzlich klebrig wird und Blätter schwarze Flecken zeigen, sollten Gartenbesitzer aufmerksam werden. Das Phänomen hat eine klare Ursache: Honigtau, die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen und anderen saugenden Insekten. Wer schnell reagiert, kann größere Schäden an Pflanzen verhindern.
Was ist Honigtau und wie entsteht er?
Honigtau ist der zuckerhaltige Kot von Blattläusen, Schildläusen und der Weißen Fliege, wie das Umweltbundesamt erklärt. Die Insekten stechen mit ihren feinen Mundwerkzeugen die Leitungsbahnen von Pflanzen an und saugen den Pflanzensaft. Dieser enthält vor allem Wasser und Zucker, aber nur wenig Eiweiß. Da die Insekten das Eiweiß benötigen, nehmen sie große Mengen Saft auf und scheiden den überschüssigen Zucker als klebrige Flüssigkeit wieder aus, so der Industrieverband Agrar.
Wer sein Auto oder Fahrrad unter einem Baum parkt, kennt das Phänomen: Nach wenigen Stunden ist alles mit einer klebrigen Schicht überzogen, beschreibt das Portal Mein schöner Garten.
Welche Schäden kann Honigtau verursachen?
Der Honigtau selbst schadet der Pflanze meist nicht dramatisch. Gefährlicher wird es, wenn sich auf den zuckerhaltigen Ausscheidungen sogenannte Rußtaupilze ansiedeln. Diese Pilze bilden einen schwarzen Belag auf den Blättern und blockieren das Sonnenlicht. Die Folge: Die Fotosynthese der Pflanze funktioniert nicht mehr richtig, sie wächst langsamer und kann bei starkem Befall verkümmern, warnt das Umweltbundesamt.
Was hilft gegen Honigtau und Rußtau?
Der Anbieter Pflanzen-Kölle empfiehlt folgende Schritte, um Honigtau und Rußtau in den Griff zu bekommen:
- Frischen Honigtau abwaschen: Mit zimmerwarmem Wasser lässt sich klebriger Belag meist gut entfernen.
- Rußtau abwischen: Ein feuchter Lappen reicht oft aus, um den schwärzlichen Belag zu beseitigen.
- Ursache bekämpfen: Wer die Blattläuse oder andere Schädlinge nicht loswird, hat den Honigtau schnell wieder auf den Blättern. Bei Zimmerpflanzen helfen Nützlinge gegen Blattläuse und Weiße Fliege.
- Bei starkem Befall: Zugelassene Insektizide können notwendig werden. Gartenbesitzer sollten aber vorher genau abwägen, da manche Mittel auch Nützlingen schaden.
- Regelmäßig kontrollieren: Wer seine Pflanzen im Blick behält, entdeckt einen Befall frühzeitig und kann gegensteuern, bevor sich die Läuse massenhaft vermehren.
Nützlinge statt Chemie: Blattläuse natürlich bekämpfen
Wer chemische Mittel vermeiden möchte, kann auf natürliche Feinde der Blattläuse setzen. Marienkäfer und ihre Larven vertilgen laut Umweltbundesamt bis zu 5.000 Blattläuse im Laufe ihres Lebens. Auch Schwebfliegenlarven sind wirksame Blattlausbekämpfer. Wer im Garten Unterschlupf für diese Nützlinge schafft, etwa mit Laubhaufen, Steinhaufen oder Blühflächen, tut sich und seinen Pflanzen langfristig einen Gefallen.
Ein geringfügiger Befall lässt sich in der Regel problemlos tolerieren. Erst wenn Blätter dauerhaft klebrig bleiben oder sich schwarzer Belag ausbreitet, wird aus dem harmlosen Naturschauspiel ein echtes Problem für den Garten.