Das Seniorenbüro Schwerin qualifiziert seit Jahren ältere Menschen zu sogenannten SilverSurfern, die anderen Seniorinnen und Senioren den Umgang mit Smartphone, Laptop und Internet beibringen. Der nächste kostenlose Kurs startet am 6. November und umfasst fünf ganztägige Termine bis zum 11. Dezember, wie das Seniorenbüro Schwerin mitteilt.
Die Ausbildung richtet sich an Menschen im Ruhestand, die ihr Wissen weitergeben wollen. Vorkenntnisse in der Informationstechnik sind nicht erforderlich. „Wichtig sind Geduld, Einfühlungsvermögen und die Lust daran, anderen etwas beizubringen“, sagte Christine Dechau, Geschäftsführerin des Seniorenbüros, gegenüber Nordkurier Online.
Was die SilverSurfer konkret tun
SilverSurfer sind keine Angestellten mit Dienstplan. Sie arbeiten selbstständig, mit eigener Technik und eigenen Ideen. Sie entscheiden selbst, wann und wo sie sich mit anderen Älteren treffen und in welchem Tempo sie Themen besprechen. Das kann ein Smartphone-Stammtisch sein, eine offene Technik-Sprechstunde oder ein kleiner Workshop zu Apps und Videotelefonie, etwa in Begegnungsstätten oder Vereinen.
In Schwerin sind die Ehrenamtlichen nach Angaben von Dechau in fünf Einrichtungen aktiv. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren 100 SilverSurfer über das Seniorenbüro qualifiziert. Die Nachfrage ist hoch: „Unser Seniorenbüro könnte gar nicht so viele Kurse anbieten“, sagte Dechau.
Digitale Teilhabe als soziale Frage
Der Bedarf ist groß, weil viele alltägliche Verrichtungen inzwischen online stattfinden. Anett Nuklies, Generationen-Beauftragte des Landkreises Ludwigslust-Parchim, beschreibt die Folgen fehlender digitaler Kompetenz: „Seniorinnen und Senioren kommen in unserer heutigen Welt ohne digitale Teilhabe oft an Grenzen.“
Nuklies verweist auf Online-Banking, die digitale Terminvergabe bei Fachärzten und den Online-Einkauf, weil Fachgeschäfte vor Ort fehlen. Auch der private Kontakt zu Kindern und Enkeln sei betroffen. Deshalb sei es wichtig, vor Ort jemanden zu haben, der am eigenen Gerät etwas zeigen könne. „Für unseren Landkreis sind die SilverSurfer nicht mehr wegzudenken“, sagte sie. Besonders aktiv seien sie in Neustadt-Glewe, Ludwigslust, Parchim und Pinnow. „Aber es gibt noch weiße Flecken.“
Neben den SilverSurfern gibt es weitere Angebote, etwa den „Digikurs“ in Klein Krams, Kurse der Telekom im Internet und Angebote der Volkshochschulen. Das kostenlose und niedrigschwellige Angebot der SilverSurfer sei jedoch nicht zu schlagen, sagte Nuklies.
Kursinhalte und Anmeldung
Der Kurs vermittelt technisches Know-how und Tipps, wie sich das Wissen später selbstständig weitergeben lässt. Er umfasst fünf Freitage, jeweils von 9.30 bis 15 Uhr: 6. November, 13. November, 20. November, 4. Dezember und 11. Dezember. Die Qualifizierung ist kostenlos. Anmeldungen sollten bis 28. Oktober im Seniorenbüro Schwerin eintreffen, telefonisch unter 03855574962, per E-Mail oder über die Website.
Wer sich zum SilverSurfer ausbilden lässt, bekommt keinen Lohn, aber viel zurück: Kontakte, Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden. „Es gibt viele, die seit Jahren dabei sind“, sagte Dechau. Weil immer wieder jemand aus gesundheitlichen Gründen aufhören muss, braucht es Nachschub, für Schwerin ebenso wie für die Landkreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim.
Häufige Fragen
Wer kann SilverSurfer werden?
Jeder Mensch im Ruhestand, der Freude am Umgang mit digitalen Geräten hat und sein Wissen an andere weitergeben möchte. Ein IT-Studium ist nicht nötig.
Was kostet die Ausbildung?
Die Qualifizierung ist kostenlos. Sie findet im Seniorenbüro Schwerin statt.
Wie melde ich mich an?
Bis zum 28. Oktober telefonisch unter 03855574962, per E-Mail oder über die Website des Seniorenbüros Schwerin.
Was machen SilverSurfer nach dem Kurs?
Sie organisieren selbstständig Treffen, Sprechstunden oder Workshops für andere Ältere, etwa in Begegnungsstätten oder Vereinen.
