Bauprojekt in Kißlegg: Anwohner befürchten Schäden durch Rammarbeiten
In Kißlegg sorgt ein geplantes Neubauprojekt für Unruhe. Die Firma B&W Baupartner will in der Kirchmoosstraße 14 moderne Eigentumswohnungen errichten. Anwohner befürchten jedoch, dass die für die Gründung nötigen Rammarbeiten Schäden an ihren Häusern verursachen könnten. Der Investor zeigt sich überrascht und verweist auf fehlende konkrete Pläne.
Wie begründen die Anwohner ihre Sorgen?
In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte eine Gruppe von Nachbarn ihre Bedenken vor. Anwohner Jürgen Häusler berichtete, dass beim Bau eines benachbarten Gebäudes vor rund zehn Jahren ein Rammverfahren eingesetzt wurde. Damals, so Häusler, habe ganz Kißlegg gewackelt und es seien Schäden an Gebäuden entstanden. Er verwies auf das denkmalgeschützte Haus Walser, das Rathaus und das Neue Schloss, die in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Die Anwohner fordern die Gemeinde auf, ein erschütterungsarmes Verfahren zu unterstützen.
Wie reagiert der Investor auf die Vorwürfe?
Hans-Peter Betz, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe Betz Baupartner, zu der auch B&W gehört, zeigte sich verwundert. Es gebe noch keinen konkreten Plan für die Gründung, ein Baugrundgutachten liege noch nicht vor. Das Projekt befinde sich in der Vermarktungsphase, der Baustart sei für Frühjahr 2027 vorgesehen. Betz räumte ein, dass der Baugrund moorig sei und eine Pfahlgründung nötig werde, ähnlich wie beim Nachbargebäude. Welches Verfahren zum Einsatz komme, sei eine finanzielle Abwägung. Schadensvermeidung habe jedoch Vorrang, so Betz. Man habe bereits ein Gespräch mit den Anwohnern geführt und Informationen über die Gründungskonzeption zugesichert.
Welche konkreten Schäden werden genannt?
Anwohner Ludwig Schneider berichtete von einem abgesackten Wintergarten und Rissen im Haus, die er auf die Erschütterungen der damaligen Rammarbeiten zurückführt. Einen Beweis für den Zusammenhang kann er nicht vorlegen, da kein Beweissicherungsverfahren durchgeführt wurde. Auch Bürgermeister Dieter Krattenmacher räumte ein, dass man die Sorge vor Schäden an kommunalen Gebäuden habe, einen kausalen Zusammenhang aber nicht beweisen könne. Die Gemeinde erwägt nun ein Beweissicherungsverfahren für ihre Gebäude und drängt auf ein erschütterungsarmes Verfahren.
Wie ist der aktuelle Stand des Projekts?
Für rund 30 Prozent der Wohnungen sind nach Unternehmensangaben bereits Käufer gefunden. Betz betonte, dass das Risiko für Schäden höher sei, wenn Keller oder Tiefgaragen gebaut und das Grundwasser abgesenkt werde. Dies sei bei dem Kißlegger Projekt nicht der Fall. Trotzdem werde es eine Risikoabwägung geben. Die Anwohner zeigten sich nach ihrer Vorsprache im Gemeinderat zufrieden, das Thema in die öffentliche Diskussion gebracht zu haben.
FAQ: Häufige Fragen zum Bauprojekt in Kißlegg
Warum sind Rammarbeiten in Kißlegg umstritten?
Beim Bau eines Nachbargebäudes vor zehn Jahren führten Rammarbeiten zu starken Erschütterungen, die nach Angaben von Anwohnern Gebäudeschäden verursacht haben. Ein Beweis für den Zusammenhang liegt nicht vor.
Welche Verfahren werden stattdessen gefordert?
Anwohner und Gemeinde drängen auf ein erschütterungsarmes Verfahren, um Schäden an Gebäuden zu vermeiden. Die endgültige Entscheidung über das Verfahren fällt nach Vorliegen des Baugrundgutachtens.
Wie reagiert die Gemeinde auf die Bedenken?
Bürgermeister Dieter Krattenmacher hat ein Beweissicherungsverfahren für kommunale Gebäude angekündigt und drängt auf ein erschütterungsarmes Verfahren. Die Gemeinde kann die Anwohner rechtlich jedoch nicht vertreten.