FIFA treibt Kommerz: WM-Stadiongrüße kosten 79 Dollar
Monetarisierung der Fanemotionen
Der Fußballweltverband FIFA geht bei der anstehenden Weltmeisterschaft neue Wege in der Kommerzialisierung. Fans können sogenannte Super Shoutouts auf den Anzeigetafeln der Stadien buchen. Der Preis für diese digitale Einblendung beträgt 79 Dollar, umgerechnet rund 68,50 Euro. Kritiker sehen darin einen weiteren Schritt der Exklusivität, der Fans mit geringerem Einkommen von der Teilhabe ausschließt.
Für die Reservierung der Botschaften hat die FIFA eine eigene Plattform eingerichtet. Die Inhalte unterliegen jedoch strengen Regularien. Botschaften mit politischem, diskriminierendem oder beleidigendem Inhalt werden abgelehnt. Auch kommerzielle Werbung, Kontaktdaten oder Emojis sind untersagt. Bei maximal 30 Zeichen bleibt wenig Raum für individuelle Äußerungen. Zudem werden die Grüße ausschließlich vor dem Anpfiff angezeigt, ohne garantierte Dauer oder Platzierung. Die FIFA behält sich das Recht vor, jeden Eintrag zu kürzen oder abzulehnen, was die Möglichkeit politischer Solidaritätsbekundungen faktisch unterbindet.
Testspiele im Zeichen der Vorbereitung
Im Vorfeld des Turniers lieferten die Nationalmannschaften letzte Leistungsabfragen. Michael Olise vom FC Bayern München führte Frankreich mit einem Dreierpack zu einem 3:1-Erfolg gegen Nordirland. Für den Vize-Weltmeister startet das Turnier am kommenden Dienstag gegen den Senegal.
Die Niederlande gewannen knapp mit 2:1 gegen Usbekistan. Cody Gakpo verwandelte dabei zwei Elfmeter. Kurz vor Schluss sah Guus Til die Rote Karte, was jedoch keine Auswirkungen auf das WM-Turnier hat. Bitter für die Niederländer ist der Ausfall von Jurrien Timber vom FC Arsenal, der verletzungsbedingt das Turnier verpasst.
DFB-Team: Neuer kehrt zurück
Die deutsche Nationalmannschaft bereitet sich in Winston-Salem auf das Turnier vor. Die sportlich bedeutendste Nachricht betrifft Manuel Neuer. Der Torwart absolvierte sechs Tage vor dem Auftakt gegen Curaçao sein erstes Mannschaftstraining. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt auf die Erfahrung des 40-Jährigen, der nach langer Verletzungspause zurückkehrt.
Beim öffentlichen Training sorgte Kai Havertz für einen ungewollten Vorfall. Ein Schuss des Arsenal-Spielers traf einen Fotografen am Bauch. Havertz entschuldigte sich umgehend bei dem Mann. Abgesehen von diesem Zwischenfall verlief die Einheit reibungslos, und auch Havertz konnte beim abschließenden Trainingsspiel einen regulären Treffer erzielen.