25 Jahre Lions Club Eschwege-Werratal: Pionierarbeit für Frauen in der Serviceclub-Welt
Der Lions Club Eschwege-Werratal feiert am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er 2001 von Dr. Angela Köhler, nachdem Frauen im bestehenden Lions Club Eschwege nicht zugelassen waren. Seither hat der Club über eine halbe Million Euro für wohltätige Zwecke gesammelt.
Gründung gegen Widerstände
Dr. Angela Köhler, Zahnärztin aus Eschwege, war von der Lions-Philosophie „We serve – wir dienen“ überzeugt. Über ihren Bruder kam sie mit der Organisation in Kontakt. Doch in Eschwege blieb ihr die Mitgliedschaft verwehrt: Der dortige Club nahm damals ausschließlich Männer auf. Diese Praxis war in Deutschland erst seit 1989 offiziell überwunden, als Frauen erstmals in Lions Clubs aufgenommen wurden.
Köhler entschloss sich daher zur Gründung eines eigenen Clubs. Der damalige Governor Hans Spichalsky vom Patenclub Rotenburg-Bebra riet jedoch von einem reinen Damenclub ab und empfahl eine gemischte Struktur. Am 30. Juni 2001 wurde der Lions Club Eschwege-Werratal auf Schloss Wolfsbrunnen schließlich gegründet.
Adventskalender als zentrale Spendenquelle
Der Club hat sich seither der Wohltätigkeit verschrieben. Über 500.000 Euro an Spendengeldern kamen in 25 Jahren zusammen. Das wichtigste Instrument ist der Adventskalender: Hinter jedem Türchen, gestaltet mit heimatlichen Motiven, verbirgt sich ein Gewinn lokaler Sponsoren. Die Gewinnnummern werden täglich in der Heimatzeitung veröffentlicht.
Die Auflage ist inzwischen auf 7.999 Stück gestiegen. „Im Vorverkauf bilden sich mittlerweile schon lange Schlangen“, berichtet der aktuelle Präsident Bernd Böttner aus Grebendorf. Die Einnahmen gehen an lokale Institutionen im Werra-Meißner-Kreis.
Förderschwerpunkte und Vereinsstruktur
Gefördert werden unter anderem die Suchtprävention für Grundschüler (Projekt „Klasse 2000“), die Eschweger Tafel und die DLRG. Entscheidungen über Spenden trifft der Vorstand gemeinsam. „Wir achten darauf, nicht Dinge zu finanzieren, für die die öffentliche Hand eigentlich zuständig wäre“, sagt Böttner.
Jedes Jahr wechselt die Präsidentschaft zwischen Frauen und Männern. Alle Gründungsmitglieder haben dieses Amt bereits ausgeübt. Aktuell gehören 42 Personen dem Club an. Alle 14 Tage treffen sie sich im Clublokal „Roma“ in Reichensachsen zu Vorträgen und Austausch. „Es ist ein gutes Instrument, Kontakte zu knüpfen und in der Region Fuß zu fassen“, so Böttner.
Jubiläumsfeier mit Wegbegleitern
Am Samstag, den 15. August, wird das Jubiläum gefeiert. Geplant sind ausgewählte Grußworte, Video-Botschaften, Livemusik und Gespräche. Lions Clubs aus der Umgebung haben ihr Kommen angekündigt. Auch der inzwischen 90-jährige Hans Spichalsky wird erwartet, der sich von der Entwicklung des Clubs überzeugen kann.
Die Feierlichkeiten finden am 15. und 16. August statt. Der Club blickt auf eine Geschichte zurück, die ohne den Einsatz von Dr. Angela Köhler nicht möglich gewesen wäre.