NFL Week 3: Purdy auf Elite-Niveau, Keenums Comeback und die Probleme der Favoriten
Die dritte Woche der NFL-Saison 2026 hat die Liga einmal mehr in zwei Lager geteilt. Teams mit schwachem Start feierten überraschende Siege, während bislang souveräne Mannschaften plötzlich Schwächen offenbarten. Die folgenden zehn Erkenntnisse prägen das Bild nach dem dritten Spieltag.
Brock Purdy spielt auf Elite-Niveau
Trotz erneuter Verletzungssorgen im Kader der San Francisco 49ers liefert Quarterback Brock Purdy konstant auf höchstem Niveau. Mit durchschnittlich 32,7 Punkten pro Spiel stellt sein Team aktuell die zweitbeste Offense der Liga. Besonders bemerkenswert ist die Verteilung des Balls: Fünf verschiedene Anspielstationen kommen auf einen Receiving-Yards-Schnitt von mindestens 40 Yards.
Die Advanced Stats untermauern Purdys Form. Laut SumerSports liegt sein EPA pro Play bei 0,61, der beste Wert eines Quarterbacks seit 2016. Im klassischen Boxscore stehen 789 Passing Yards, neun Touchdowns und nur eine Interception. Zudem kassierte er noch keinen Sack und brachte 72,3 Prozent seiner Pässe an.
Packers-Offensive Line droht die Saison zu ruinieren
Die Offensive Line der Green Bay Packers bleibt die größte Baustelle des Teams. Durch die Verletzung von Zach Bako-Bewele hat sich die Lage weiter verschärft. Jordan Love hat laut SumerSports die zweitmeisten Dropbacks unter Druck in dieser Saison, obwohl er den Ball schneller loswird als jeder andere Quarterback der NFL.
Nur Bryce Young steht häufiger unter Druck, hält den Ball aber deutlich länger. Dass ein Quarterback mit so schnellem Release derart oft bedrängt wird, ist nicht akzeptabel. Zudem ist das Laufspiel der Packers nach drei Wochen das ineffizienteste der gesamten Liga.
Texans finden offensiv keine Lösung
Die Houston Texans kamen gegen die Indianapolis Colts, die zuvor die schwächste Defense der Liga gestellt hatten, nur auf 223 Total Yards. Zum Vergleich: Die Atlanta Falcons erzielten allein im Laufspiel 242 Yards. Seit Beginn der Saison 2025 haben die Texans die meisten Niederlagen aller Teams, bei denen sie weniger als 21 Punkte zugelassen haben.
Die Offense um Coordinator Nick Caley muss gegen Dallas in Week 4 eine deutliche Steigerung zeigen, um nach dem 0-3-Start noch realistische Playoff-Chancen zu wahren.
Tight Ends werden immer wichtiger
Der Trend zu Formationen mit zwei oder drei Tight Ends setzt sich fort. In Week 3 fielen so viele Touchdowns von Tight Ends wie nie zuvor in der NFL-Geschichte. Die vermehrte Nutzung dieser Spieler zahlt sich offensiv aus.
Steelers finden ihre Offense
Die Pittsburgh Steelers gewannen gegen die Cincinnati Bengals mit 30:27 und zeigten dabei eine völlig neue Offensive. Aaron Rodgers attackierte das Feld vertikal, seine durchschnittliche Target-Tiefe lag bei 11,1 Yards, sein höchster Wert im Steelers-Trikot. Mike McCarthy traf situativ die richtigen Entscheidungen.
Case Keenum feiert bemerkenswertes Comeback
Case Keenum führte die Chicago Bears als dritter Quarterback in der Primetime zum Sieg gegen die Philadelphia Eagles. Sein letzter Start lag 1009 Tage zurück. Mit 24 von 34 Pässen für 247 Yards und zwei Touchdowns sowie einem eigenen Lauf-Touchdown zeigte der 38-Jährige eine starke Leistung.
Damit gewann er als Starter mit sieben verschiedenen NFL-Teams, was zuvor nur Ryan Fitzpatrick gelungen war. Angesichts vieler Verletzungen bei Starting-Quarterbacks könnte Keenum weitere Einsätze erhalten.
Rio erlebt magischen NFL-Moment
Im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro entschied Ravens-Kicker Tyler Loop das Spiel gegen die Dallas Cowboys mit einem Field Goal in der letzten Sekunde. Anschließend imitierte er den ikonischen Jubel von Cristiano Ronaldo, das Stadion sang mit. Trotz anfänglicher Bedenken wegen des Rasens wurde es ein denkwürdiger Abend.
Drake Maye setzt schwachen Trend fort
Drake Maye von den New England Patriots kommt seit Beginn der Playoffs 2025 nicht mehr an seine Leistungen aus der Regular Season heran. In sieben Spielen brachte er 121 von 200 Pässen für 1413 Yards an, mit sieben Touchdowns, zehn Interceptions und neun Fumbles. Als erster Spieler seit Jameis Winston 2019 erreicht er diese Negativmarke.
Am Wochenende wartet mit den Buffalo Bills und Josh Allen die nächste große Herausforderung.
Chargers trotz Turnover-Vorteil erfolglos
Die Los Angeles Chargers verloren trotz fünf erzwungener Turnover mit acht Punkten Rückstand. In den letzten zehn Jahren stehen die Chargers in solchen Spielen bei 2-2, der Rest der NFL bei 66-4-1. Justin Herbert spielt weiterhin unter seinem Niveau, und auch das Playcalling überzeugt nicht.
Lions verlassen sich auf ihre Stars
Jahmyr Gibbs kommt auf vier Touchdowns in drei Spielen, Amon-Ra St. Brown auf fünf. Solange diese beiden Spieler liefern und Jared Goff sie gut in Szene setzt, kann Detroit offensiv punkten. Bei einem schwachen Restschedule könnten die Lions die Playoffs erreichen, gegen starke Teams dürfte die Fehlermarge jedoch zu klein sein.