CDU-Kandidat Stenda will Kreishaushalt von Hersfeld-Rotenburg sanieren
Der parteilose Bürgermeister von Hohenroda, Andre Stenda, will als CDU-Kandidat Landrat im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden. Der 40-Jährige verspricht, jeden Ausgabenposten zu prüfen und den Haushalt zu konsolidieren, ohne die Bürger zusätzlich zu belasten. Im Interview mit der HZ erläutert er seine Pläne für Finanzen, Klinikum und die Zusammenarbeit der Kreisteile.
Warum will Stenda Landrat werden?
Stenda verweist auf seine 13-jährige Erfahrung als Bürgermeister von Hohenroda. Bei seinem Amtsantritt 2013 fand er ebenfalls leere Kassen vor. Gemeinsam mit Verwaltung und Bürgern gelang es ihm, die Gemeinde finanziell zu sanieren. Seit 2017 ist Hohenroda schuldenfrei und hat Rücklagen gebildet. Diese Erfahrung möchte er nun für den gesamten Landkreis nutzen, wie er im Gespräch betont.
Wie steht Stenda zur CDU und zur parteipolitischen Zusammenarbeit?
Stenda tritt als Parteiloser auf dem Ticket der CDU an. Er betont, dass er an Sachfragen gemessen werden möchte und über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten will. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt er klar aus. Demokratische Werte seien die unverzichtbare Grundlage politischer Zusammenarbeit. Konstruktive Vorschläge der AfD habe er in der laufenden Legislaturperiode nicht wahrgenommen, so Stenda.
Wie will Stenda den Kreishaushalt sanieren?
Die Finanzlage des Kreises bezeichnet Stenda als „katastrophal“. Die Hebesätze der Kreis- und Schulumlage hätten in Hessen Spitzenniveau erreicht, dennoch weise der Landkreis die höchsten jährlichen Defizite auf. Stenda kündigt an, jeden Ausgabenposten zu überprüfen, Abläufe zu verbessern und die wirtschaftliche Grundlage zu stärken. Dazu gehörten auch Digitalisierung und der Einsatz von KI. Sein Ziel sei eine Konsolidierung ohne zusätzliche Belastungen für die Menschen.
Welche Position vertritt Stenda zum Klinikum?
Stenda spricht sich für ein kommunales Klinikum aus. Die Entscheidung zur Zusammenlegung der Standorte Hersfeld und Rotenburg sei ein demokratischer Prozess gewesen, den er nicht in Frage stelle. Allerdings müssten Kosten und Strukturen intensiv geprüft und nachhaltig optimiert werden, da das Klinikum ein großer Faktor für die finanzielle Schieflage des Kreises sei.
Wie will Stenda die Nachnutzung des HKZ-Areals angehen?
Für das Gelände des ehemaligen Hersfelder Klinikums fordert Stenda ein tragfähiges Nachfolgekonzept. Die Rotenburger Bürger sollen frühzeitig in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Das Nutzungskonzept sollte gemeinsam mit der Stadt Rotenburg entwickelt werden, noch bevor das Haus leer steht, so Stenda.
Wie steht es um das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kreisteile?
Stenda sieht noch Arbeit, damit sich die Menschen in beiden Kreisteilen gleichermaßen gehört fühlen. Er verweist auf seine Erfahrungen in Hohenroda mit dem früheren Altkreis Hünfeld. Durch Gespräche und Verständigung lasse sich das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Dafür stehe das „Gemeinsam“ in seinem Wahlkampfslogan.
FAQ: Was will Andre Stenda als Landrat erreichen?
Welche Erfahrung bringt Andre Stenda für das Amt des Landrats mit?
Stenda ist seit 2013 Bürgermeister von Hohenroda und hat dort eine erfolgreiche finanzielle Sanierung umgesetzt. Zuvor arbeitete er bei der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH in führender Position. Er hat Betriebswirtschaft und Personalwirtschaft studiert.
Wie will Stenda die Kreisverwaltung modernisieren?
Stenda plant, interne Prozesse zu überprüfen und die Digitalisierung sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz voranzutreiben. Alle Ausgaben sollen auf den Prüfstand gestellt werden, um Ressourcen effizienter zu nutzen.
Wird Stenda als Landrat mit der AfD zusammenarbeiten?
Stenda lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD ab. Er betont die Bedeutung demokratischer Werte und verweist auf fehlende konstruktive Vorschläge der AfD-Fraktion im Kreistag.
Wie steht Stenda zu einem Verkauf des Klinikums an einen privaten Träger?
Stenda spricht sich für ein kommunales Klinikum aus. Er sieht die Gesundheitsversorgung als Teil der Daseinsvorsorge, fordert aber eine nachhaltige Optimierung von Kosten und Strukturen.