Klara Bühl: Bayerns Flügelspielerin will Europas Spitze erobern
Die Flügelspielerin Klara Bühl hat sich mit dem FC Bayern München fest in der europäischen Spitze etabliert. Die 25-Jährige blickt vor dem Champions-League-Auftakt gegen Manchester City am Dienstagabend (18.45 Uhr, Disney Plus) selbstbewusst auf die kommenden Aufgaben. Ihre Leistungen der vergangenen Monate untermauern diesen Anspruch: In der Vorsaison sammelte Bühl wettbewerbsübergreifend acht Tore und 23 Vorlagen in 31 Spielen, in der laufenden Spielzeit stehen nach fünf Partien bereits vier Treffer und sechs Vorlagen zu Buche.
Diese Zahlen haben auch international Aufmerksamkeit erregt. Das Frauenfußball-Portal „Soccerdonna“ listet Bühl mit einem Marktwert von 1,65 Millionen Euro als drittwertvollste Spielerin der Welt. Nur Cláudia Pina (FC Barcelona, 2,0 Millionen) und Alessia Russo (FC Arsenal, 1,8 Millionen) werden höher eingestuft. Die dreimalige Weltfußballerin Aitana Bonmatí vom FC Barcelona folgt mit 1,6 Millionen auf Rang vier. Bonmatí hatte Bühl zuvor öffentlich als Wunschverpflichtung genannt, Medienberichten zufolge verhinderte jedoch die Financial-Fairplay-Regeln einen Transfer im vergangenen Jahr.
Auf die Wertschätzung der Spanierin angesprochen, reagierte Bühl bescheiden: „Aitana ist eine großartige Spielerin. Es macht mich glücklich und stolz, so etwas zu hören. Es zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin und auch in der Mannschaft guten Fußball spiele.“
Vertragssituation und Zukunft beim FC Bayern
Bühls Vertrag bei den Münchnerinnen läuft im kommenden Sommer aus. Wiederholt betonte die Nationalspielerin, wie wohl sie sich beim FC Bayern fühle. Sie sehe den Klub auf dem richtigen Weg und traue ihm den ersten Champions-League-Titel zu. „Wir haben mit dem Halbfinaleinzug gezeigt, was wir erreichen und dass wir in der Champions League mit den anderen Mannschaften mithalten können“, sagte Bühl in der vergangenen Woche.
Dennoch bleibt die Frage offen, ob der FC Bayern die Flügelspielerin langfristig halten kann. Viele deutsche Nationalspielerinnen haben zuletzt den Weg ins Ausland gewählt, etwa Carlotta Wamser zu Manchester City. Bei den amtierenden englischen Meisterinnen stehen mit Sydney Lohmann und Rebecca Knaak zwei weitere deutsche Nationalspielerinnen unter Vertrag. Bühl selbst relativiert den Vergleich zwischen der Bundesliga und der Women's Super League: „Ehrlich gesagt denke ich nicht so viel darüber nach. Am Ende entscheidet jede Spielerin für sich, wo sie spielen und sich entwickeln möchte, wo sie das Gefühl hat, die meisten Titel gewinnen zu können. Für mich war und ist das immer hier.“
Infrastruktur als Standortvorteil
Die sportliche Perspektive in München ist für Bühl eng mit den Investitionen des Klubs verbunden. Der FC Bayern hat in den vergangenen Jahren nicht nur personell, sondern auch infrastrukturell aufgerüstet. Der Erwerb des Sportparks Unterhaching mit rund 15.000 Plätzen, der sechsfachen Kapazität des bisherigen Bayern-Campus, ist ein zentraler Baustein. Dort tragen die Münchnerinnen künftig ihre Heimspiele in der Champions League aus. „Das erste Champions-League-Spiel in Unterhaching ist auch für uns etwas Besonderes“, sagte Bühl. „Wir wollen etwas aus der Atmosphäre und der Energie der Fans ziehen. Das kann einen entscheidenden Einfluss auf das Spiel haben.“
Die Bilanz gegen englische Klubs ist zuletzt makellos: In der vergangenen Saison gewann Bayern alle drei Spiele gegen Teams aus England. „Natürlich wollen wir nun auch gegen Manchester City gewinnen. Es wird aber ein schwieriges Spiel“, so Bühl. Das Duell ist für sie und ihre Mannschaft mehr als ein Auftakt, es ist der erste internationale Prüfstein für ein Team, das sich in Europas Spitze festsetzen will.