Dynamo Dresden gegen Hertha BSC: Sport und Sicherheit im Fokus
Am 6. Spieltag der 2. Bundesliga treffen am Samstag der Tabellenvorletzte Dynamo Dresden und der Tabellenführer Hertha BSC aufeinander. Während die Berliner mit fünf Siegen aus fünf Spielen und der besten Offensive der Liga anreisen, steht für die Dresdner vor allem eines im Vordergrund: eine reibungslose Partie ohne Ausschreitungen.
Dresden als Außenseiter mit geringem Erwartungsdruck
Dynamo-Trainer Thomas Stamm sieht sein Team in der Favoritenrolle des Gegners keineswegs benachteiligt. „Ein Tor mehr schießen als kassieren“, lautete sein Augenzwinkern auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Ernsthafter fügte er hinzu: „Wir haben in dieser Begegnung mehr zu gewinnen als zu verlieren.“ Sein Team habe in den vergangenen Wochen „Riesenschritte in inhaltlichen Themen“ gemacht, ohne ins Detail zu gehen.
Personell kann Stamm nahezu aus dem Vollen schöpfen und hat damit genügend Optionen, um sein Team taktisch auf den Spitzenreiter einzustellen.
Stamm vergleicht Hertha mit Paris Saint-Germain
Trotz namhafter Abgänge im Sommer, darunter Fabian Reese, steht Hertha BSC mit der vollen Punktausbeute an der Tabellenspitze. Für Stamm kein Zufall: „Die Mannschaft hat grundsätzlich sehr viel Qualität. Es ist am Ende des Tages Mannschaftssport, kein Einzelsport.“ Er zog einen Vergleich mit Paris Saint-Germain, das nach dem Weggang von Superstars einen Wandel durchlief und zweimal in Folge die Champions League gewann. „Die Gruppe steht im Zentrum, und wenn die funktioniert, wirkt das homogen von außen.“
Hertha-Ultras boykottieren: Gästeblock nur halbvoll
Neben dem Sportlichen rückt auch die Sicherheitslage in den Fokus. Nach den schweren Ausschreitungen beim letzten Aufeinandertreffen im April in Dresden hatte das DFB-Sportgericht verfügt, dass die Gästeblöcke nur zur Hälfte gefüllt werden dürfen und die Tickets personalisiert ausgestellt werden müssen.
Die Hertha-Ultras der Gruppe „Harlekins“ haben daraufhin zum Boykott der Partie aufgerufen: „Lasst uns ein gemeinsames Signal senden, damit Kollektivstrafen durch die Verbände nicht erneut Einzug erhalten. Holt Euch keine Tickets für das Spiel in Dresden!“ Der Verein bestätigte, dass der Vorverkauf für den Gästeblock schleppend verläuft.
Ausschreitungen im April: Spiel zweimal unterbrochen
Beim 0:1 im April war die Partie bereits nach wenigen Minuten wegen massiven Pyrotechnik-Einsatzes im Gästeblock unterbrochen worden. In dichtem Nebel entwendeten Dynamo-Anhänger ein Hertha-Banner, woraufhin es zu Ausschreitungen im Innenraum kam. Pyrotechnik wurde in beide Fanblöcke geschossen, die Polizei musste eingreifen und das Spiel war erneut fast 20 Minuten unterbrochen.
Stamm: „Fußball-Deutschland zeigen, dass wir auch anders können“
Dynamo-Coach Stamm sieht in der Partie eine Chance, ein Zeichen zu setzen: „Wir können Fußball-Deutschland zeigen, dass wir auch anders können. Vielleicht muss es auch so sein. Sonst laufen wir irgendwann auf einen Punkt zu, an dem du Spiele mit Potenzial ohne Zuschauer austrägst. Das wäre eine Katastrophe.“
Das Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC wird am Samstag um 13 Uhr im Rudolf-Harbig-Stadion angepfiffen.