WM-Generalprobe: Nagelsmann vertraut auf Kollektiv gegen USA
Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet am Samstag ihre Generalprobe für die anstehende Weltmeisterschaft. Gegner ist der Co-Gastgeber USA im ausverkauften Soldier Field von Chicago, das über 60.000 Zuschauer aufnimmt. Bundestrainer Julian Nagelsmann verzichtet auf weitere Experimente und simuliert den Ernstfall.
„Es geht darum, die Emotionen aufzusaugen und im Turnier anzukommen, erklärte Nagelsmann vor der Partie, die am Samstag ab 20.30 Uhr angepfiffen wird. Die Zeit der Probierphasen sei vorbei, der Fokus liege nun auf der Formation, die auch beim WM-Auftakt am 14. Juni in Houston gegen Curacao (ab 19 Uhr) auf dem Platz stehen soll.
Neuers Belastungsaufbau verläuft nach Plan
Offen bleibt der Status von Manuel Neuer. Der 40-Jährige befindet sich drei Wochen nach seiner Wadenverletzung laut DFB weiterhin im Belastungsaufbau, dieser verlaufe jedoch „nach Plan. Eine rechtzeitige Rückkehr des erfahrenen Torhüters bleibt damit möglich, aber nicht garantiert.
Kollektiv vor individuellen Namen
Im Zentrum der Vorbereitung steht der Teamgedanke. Kai Havertz, der von Nagelsmann eine Einsatzgarantie im Sturmzentrum erhielt, betonte die kollektive Ausrichtung: „Wir müssen als Mannschaft funktionieren. Einer spielt mehr, einer weniger. Aber jeder muss da sein, wenn er gebraucht wird. Er versicherte zugleich: „Es wird kein Drama geben.
Diese Haltung entspricht der Überzeugung von Abwehrspieler Jonathan Tah, der die Bedeutung des Kollektivs über die individuelle Klasse stellt. „Es gibt Nationen, die von den Namen vielleicht noch einen Tick besser aufgestellt sind als wir. Aber ich glaube nicht, dass am Ende die Namen zählen, wenn es darum geht, ein Turnier zu gewinnen, sagte Tah und fügte hinzu: „Wir haben eine Mannschaft, die, wenn sie in den Flow kommt, wenn sie ein Momentum bekommt, alles erreichen kann.
Voraussichtliche Aufstellung
Im Tor dürfte Oliver Baumann erneut den Vorzug erhalten, sollte Neuer nicht rechtzeitig zurückkehren. Die Viererkette mit Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und David Raum soll sich in Turnierform bringen. Auf der Doppelsechs haben aktuell Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha die Nase vorn.
In der Offensive bleibt die Frage, ob Nagelsmann auf Lennart Karl oder den von ihm gelobten Leroy Sané setzt. Sané bringe eine „unfassbare Dynamik ins deutsche Spiel, so der Bundestrainer. Deniz Undav, der beim 4:0-Erfolg gegen Finnland zwei Tore erzielte, wird vermutlich weichen müssen. Erstmals seit November 2024 sollen Havertz, Florian Wirtz und Jamal Musiala gemeinsam als Offensivtrio auflaufen.
USA als anspruchsvoller Gegner
Die amerikanische Auswahl unter Trainer Maurizio Pochettino befindet sich in aufsteigender Form. Beim 3:2-Sieg gegen Senegal erzielte Christian Pulisic seinen ersten Treffer im Nationaltrikot seit November 2024. Weston McKennie betonte die Bedeutung des ehemaligen Dortmunders: „Wir verlassen uns in vielen Dingen auf ihn. Wenn wir ihn brauchen, wird er da sein.
Nagelsmann und Havertz betrachten die USA als angemessenen Gradmesser für den eigenen Leistungsstand, wenngleich der Co-Gastgeber keinen der drei deutschen Gruppengegner Curacao, Elfenbeinküste oder Ecuador widerspiegelt. Die Serie von acht Siegen in Folge soll gegen eine qualitativ ansprechende Mannschaft fortgesetzt werden. „Wir gehen das Spiel wie ein WM-Spiel an und wollen Selbstvertrauen sammeln, so Havertz.
