Nur sechs Tage nach seinem enttäuschenden Ausstieg beim Finale der World Triathlon Championship Series (WTCS) in Pontevedra hat der Tuttlinger Triathlet Valentin Wernz beim Weltcup in Rom ein bemerkenswertes Comeback gefeiert. Der 31-Jährige belegte über die Sprintdistanz in 54:55 Minuten den 19. Platz und sicherte sich damit einen Top-20-Rang. Der Sieg ging in 53:47 Minuten an den britischen Olympiasieger Alex Yee.
Warum schied Wernz in Pontevedra aus?
Das WTCS-Rennen in Pontevedra war für Wernz bereits früh von Problemen geprägt. Schon in der ersten Schwimmrunde geriet er in Schwierigkeiten, als der Ponton beim Schwimmausstieg absackte und er im Getümmel 15 bis 20 Sekunden verlor. Zusätzlich öffnete ihm ein Konkurrent den Neoprenanzug, ein Vorfall, den Wernz in seiner 15-jährigen Karriere nie zuvor erlebt hatte. Die komplette zweite Schwimmrunde absolvierte er mit offenem Anzug und kam als Drittletzter aus dem Wasser. Auf der Radstrecke fehlte ihm schließlich die Kraft, woraufhin er das Rennen vorzeitig beendete.
Wie lief das Rennen in Rom?
In Rom präsentierte sich Wernz deutlich verbessert, insbesondere im Wasser. „Gerade nach dem verkorksten Schwimmen beim WTCS-Rennen war es mir wichtig, zu zeigen, dass ich es besser kann, insbesondere meine Leistung im Wasser“, erklärte er. Da die ungarischen Athleten als starke Schwimmer gelten, positionierte er sich beim Start zwei Plätze neben ihnen und profitierte von deren Tempo. Als Achter verließ er das Wasser, eine Leistung, die er selbst als „so gut wie schon lange nicht mehr“ einstufte.
Auf der kurvenreichen Radstrecke mit einem kleinen Anstieg kämpfte sich Wernz zunächst an die Spitze, musste jedoch bald Teil eines großen Feldes werden, in dem er sich im vorderen Drittel behauptete. Beim abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf zeigte sich die Klasse der Spitze: Sieger Alex Yee lief die Distanz in 13:52 Minuten, Wernz benötigte 14:57 Minuten. In der ersten Runde hielt er noch Schlagdistanz, ehe sich Rücken und Beine bemerkbar machten. Wernz leidet an einem Bandscheibenproblem, kämpfte sich aber ins Ziel und verbesserte sich im Endspurt noch um zwei Plätze.
Welche Bilanz zieht Wernz?
Trotz des soliden Ergebnisses fiel sein Fazit nüchtern aus: „Das Ergebnis zeigt, dass es in die richtige Richtung geht, aber Weltranglistenpunkte konnte ich mit Platz 19 nicht viele sammeln.“ Einen Tag später startete er zudem in der Mixed-Staffel für das deutsche Team, gemeinsam mit Franka Rust, Lasse Lührs und Anabel Knoll. Mit schweren Beinen versuchte er, von Platz vier auf Rang drei vorzulaufen, musste jedoch auf den letzten 500 Metern abreißen lassen und fiel auf Platz sieben zurück. „Wir haben uns ein bisschen mehr erhofft“, räumte er ein. Da die Staffel im Weltcup nur wenige Punkte für das Olympia-Qualifikationsranking bietet, war das Ergebnis von untergeordneter Bedeutung. Der Staffelsieg ging an Großbritannien mit Alex Yee.
Wie steht es um Wernz' Olympia-Chancen?
Die Olympia-Qualifikation bleibt das große Ziel von Wernz. Die Punkte aus dem Weltcup in Rom dürften dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen. Entscheidend werden die kommenden Rennen in der Weltserie sein, in denen deutlich mehr Weltranglistenpunkte vergeben werden. Wernz hat mit seiner Leistung in Rom jedoch gezeigt, dass er nach Rückschlägen zurückkommen kann, was für die weiteren Qualifikationswettkämpfe ein positives Signal ist.
Häufige Fragen zu Valentin Wernz' Auftritt in Rom
Welchen Platz erreichte Valentin Wernz beim Weltcup in Rom?
Valentin Wernz belegte beim Weltcup in Rom über die Sprintdistanz den 19. Platz in 54:55 Minuten.
Was war der Grund für seinen Ausstieg in Pontevedra?
In Pontevedra verlor Wernz beim Schwimmausstieg wertvolle Sekunden, musste mit offenem Neoprenanzug schwimmen und hatte auf dem Rad keine Kraft in den Beinen, woraufhin er das Rennen abbrach.
Wie viele Punkte für die Weltrangliste sammelte Wernz in Rom?
Mit Platz 19 konnte Wernz nur wenige Weltranglistenpunkte sammeln, wie er selbst einräumte.
Welche Rolle spielte die Mixed-Staffel für die Olympia-Qualifikation?
Die Staffel bringt im Weltcup nur wenige Punkte für das Olympia-Qualifikationsranking und war daher für Wernz von untergeordneter Bedeutung.
