Lennart Karl fällt für WM aus: Ouédraogo nominiert
Verletzung im Abschlusstraining
Die Vorbereitungen der deutschen Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft in Amerika erleiden einen bedeutenden Rückschlag. Lennart Karl, der 18-jährige Offensivspieler des FC Bayern München, muss das Turnier verletzungsbedingt absagen. Der DFB bestätigte nach einer medizinischen Untersuchung in einem Krankenhaus in Chicago einen Muskelbündelriss im linken, vorderen Oberschenkel. Die Verletzung zog sich Karl im Abschlusstraining vor dem letzten Testspiel gegen Mitgastgeber USA an diesem Samstag (20.30 Uhr/RTL) zu.
Ouédraogo als Nachnominierung
Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte umgehend auf den Ausfall und nominierte Assan Ouédraogo von RB Leipzig als Ersatz in den 26-köpfigen Kader nach. Der 20-Jährige feierte im November beim 6:0-Abschlusssieg der WM-Qualifikation gegen die Slowakei sein Länderspiel-Debüt und erzielte dabei direkt ein Tor. Ouédraogo wird in den kommenden Tagen ins WM-Quartier in Winston-Salem anreisen.
Mit der Nachnominierung setzt der Bundestrainer erneut auf junge, vielfältige Talente, die den deutschen Fußball zukunftsorientiert prägen sollen. Ouédraogo, U17-Welt- und Europameister von 2023, hatte nach seinem DFB-Debüt eine Knieverletzung erlitten und vor zwei Monaten sein Comeback gegeben.
Reaktionen auf den Ausfall
Bei der Pressekonferenz nach dem folgenreichen Training zeigte sich Nagelsmann betroffen von der Diagnose. Zunächst nannte er keine Details, stellte aber klar, dass die Situation nicht gut ausgesehen habe.
Es tut mir wahnsinnig leid für Lenny. Er hat mit seiner Unbekümmertheit, seinem Spielwitz, seinem Tempo und als Typ super in die Mannschaft gepasst. Es ist für ihn und uns alle ein großer Schock, dass er die WM verpasst. Es ist nur ein kleiner Trost, dass er jung ist und noch viele Turniere vor sich hat.
Lennart Karl selbst äußerte sich kurz nach der Diagnose über Instagram. Er betonte, wie schmerzhaft es sei, das größte Turnier verpassen zu müssen, zumal Verletzungen oft zum unglücklichsten Zeitpunkt kämen. Er habe alles dafür getan, um fit für die WM zu sein.
Tut einfach unbeschreiblich weh, das größte Turnier verpassen zu müssen. Leider kommen Verletzungen oft zum unglücklichsten Zeitpunkt.
Karl versprach, stärker zurückzukehren und das DFB-Team jede Minute zu unterstützen.
Sportlicher Kontext und historische Parallelen
Der Ausfall von Karl markiert bereits den zweiten WM-Verlust eines Bayern-Profis innerhalb kurzer Zeit. Zuvor hatte Serge Gnabry wegen einer Muskelsehnenverletzung absagen müssen. Zudem erinnert das Schicksal Karls an das von Marco Reus kurz vor der WM 2014. Der damalige Dortmunder hatte sich im letzten Test vor dem Abflug nach Brasilien eine Knöchelverletzung zugezogen und fehlte beim späteren WM-Triumph. Karl traf es nun einen Tag vor der Turnier-Generalprobe, allerdings bereits im Gastgeberland.
Sportlich hatte Karl in der jüngeren Vergangenheit überzeugt. Am 27. März gab er sein Debüt in der A-Nationalmannschaft beim 4:3 in der Schweiz. Beim 2:1 gegen Ghana wurde er drei Tage danach eingewechselt, bevor er beim 4:0 gegen Finnland sein Startelfdebüt feierte. Im offensiven Mittelfeld galt er nach seinem Auftritt in Mainz als klare Option für die Startaufstellung auch gegen das US-Team.
Nagelsmann sieht in Ouédraogo einen adäquaten Ersatz, der einen ähnlich klasse Einstand im Nationalteam hatte. Er betonte, dass der Leipziger hoch talentiert sei und in der Mannschaft mutig und unbeschwert aufspielen solle.