Kostjantyniwka unter russischer Kontrolle: Nato reagiert
Russland hat die Einnahme der strategisch wichtigen ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk gemeldet. Zeitgleich dokumentieren ukrainische Behörden wachsende zivile Opferzahlen durch russische Luftangriffe, darunter ein schwerer Schlag auf Kiew mit 30 Toten. Als Reaktion auf die militärische Eskalation verständigen sich die Nato-Staaten auf eine zweijährige Milliardenhilfe für die Ukraine, während die Bundesregierung Peking wegen der angeblichen Ausbildung russischer Soldaten zur Rede stellt.
Wie verläuft der russische Vormarsch im Donbass?
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte vor Journalisten, die Stadt Kostjantyniwka sei vollständig eingenommen worden. Russlands Präsident Wladimir Putin feierte die Eroberung, die laut Peskow unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erfolgt sei. Putin ordnete die sofortige Evakuierung der verbliebenen Zivilisten an. Kostjantyniwka gilt als strategischer Stützpunkt auf dem Weg zu den letzten größeren, von Kiew kontrollierten Städten in der Donbass-Region. Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete von heftigen Kämpfen, wobei die Armee 24 Angriffe abgewehrt haben soll.
Welche Auswirkungen haben die Angriffe auf Zivilisten?
Die russischen Offensiven fordern zunehmend zivile Opfer. In Kiew gilt ein Trauertag nach dem bislang schwersten Angriff in diesem Jahr, der 30 Menschen das Leben kostete. Rettungskräfte suchen weiterhin nach Vermissten. In der Grenzregion Sumy töteten russische Drohnen zwei Frauen, einen Mann und ein Kleinkind in einem Privathaus. In Krywyj Rih verletzten Raketen in einem dicht bebauten Stadtgebiet sieben Menschen. Angriffe mit Gleitbomben, Drohnen und Raketen auf Saporischschja und Dnipro forderten nach Angaben der Militärverwaltungen mindestens vier Menschenleben. In Dnipro gab es 50 Angriffe im Tagesverlauf, drei Tote und zwölf Verletzte.
Wie reagiert die Nato auf die Eskalation?
Die 32 Bündnisstaaten der Nato haben sich vor dem Gipfel in Ankara auf ein neues Hilfspaket geeinigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur umfasst die Zweijahresfinanzierung mindestens 70 Milliarden Euro jährlich für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung. Einberechnet ist ein bereits zugesagtes EU-Hilfspaket von 60 Milliarden Euro, sodass 80 Milliarden Euro als zusätzliche Nato-Zusage verbleiben. Bundeskanzler Friedrich Merz befindet sich laut eigenen Angaben in engem Austausch mit US-Präsident Donald Trump und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.
Welche diplomatischen Spannungen gibt es mit China?
Das Auswärtige Amt hat den chinesischen Botschafter zu einem dringenden Gespräch gebeten. Hintergrund sind Berichte über die Ausbildung russischer Soldaten in China. Außenamtschef Johann Wadephul erklärte am Rande seines Brasilienbesuchs, die Bundesregierung habe Peking unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie eine solche Ausbildung missbillige. Dieser Schritt stellt einen deutlichen diplomatischen Protest dar, bleibt jedoch unter der Schwelle einer formellen Einbestellung.
Was geschieht auf der Krim und an den russischen Grenzregionen?
Die Ukraine greift zunehmend Infrastrukturziele hinter den feindlichen Linien an. Auf der annektierten Halbinsel Krim sind laut dem von Moskau eingesetzten Gouverneur Sergej Aksjonow mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom. Die ukrainischen Streitkräfte meldeten die Zerstörung einer wichtigen Brücke im Gebiet Krasnogwardeiski, was die russische Nachschubversorgung erschwert. Der Inlandsgeheimdienst SBU gab an, zwei Luftwaffenstützpunkte auf der Krim angegriffen zu haben, wobei mindestens sieben Kampfflugzeuge und Drohnendepots getroffen wurden.
In russischen Grenzregionen forderten ukrainische Gegenangriffe Todesopfer. In Belgorod starb eine Frau durch Splitterverletzungen, in der Region Brjansk wurde ein Mann durch eine Kamikaze-Drohne getötet. Industrieanlagen in Belgorod und Smolensk gerieten in Brand. Die Ukraine begründet diese Angriffe auf Energieinfrastrukturen damit, eine zentrale Einnahmequelle Moskaus zur Finanzierung des Angriffskrieges zu treffen.
Neue Erkenntnisse zur Nord-Stream-Sprengung?
Ermittler der Bundesanwaltschaft gehen davon aus, dass die Pläne für die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine entwickelt wurden. Dies geht aus der Anklage gegen einen Ukrainer hervor. Die Sabotage sollte Gaslieferungen dauerhaft stoppen, um Russland die Finanzierung des Krieges zu entziehen.
Explosion in Monaco: Wer ist die Verdächtige?
Nach der Explosion in Monaco mit drei Schwerverletzten fahnden die Behörden nach einer etwa 30-jährigen Ukrainerin mit Wohnsitz in Deutschland. Morgan Raymon von der Staatsanwaltschaft Monaco erklärte, die Frau habe sich als Mann verkleidet und werde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Medienberichten zufolge war ein ukrainischer Oligarch Ziel des Anschlags.
Ist Kostjantyniwka vollständig unter russischer Kontrolle?
Nach offiziellen Angaben des Kremls ist die Stadt vollständig eingenommen. Die ukrainische Seite spricht von anhaltenden Abwehrkämpfen und 24 abgewehrten Angriffen.
Wie hoch ist die neue Nato-Hilfe für die Ukraine?
Die Nato-Staaten einigten sich auf eine Zweijahresfinanzierung von mindestens 70 Milliarden Euro pro Jahr. Nach Abzug bereits zugesagter EU-Mittel verbleiben 80 Milliarden Euro als zusätzliche Nato-Zusagen.
Warum hat das Auswärtige Amt den chinesischen Botschafter einbestellt?
Das Auswärtige Amt protestiert gegen Berichte, wonach russische Soldaten in China ausgebildet werden. Die Bundesregierung hat ihre Missbilligung unmissverständlich zum Ausdruck gebracht.