Iran nach Chameneis Tod: Übergangsgremium übernimmt Macht
Nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei bei einem israelisch-amerikanischen Militärangriff hat im Iran ein dreiköpfiges Übergangsgremium die Staatsführung übernommen. Dem Gremium gehören Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie ein Vertreter des Wächterrats an, wie iranische Nachrichtenagenturen bestätigten.
Machtvakuum inmitten militärischer Eskalation
Das Trio soll die Regierungsgeschäfte führen, bis der Expertenrat aus 88 hochrangigen Geistlichen einen neuen Religionsführer benennt. Die Nachfolge bleibt jedoch ungeklärt, während sich die militärische Lage in der Region dramatisch verschärft.
US-Präsident Donald Trump bestätigte Chameneis Tod auf seiner Plattform Truth Social und bezeichnete ihn als "einen der bösartigsten Menschen der Geschichte". Israelische Medien berichteten, dass Chameneis Leiche aus den Trümmern seiner Teheraner Residenz geborgen wurde, nachdem 30 Bomben auf den Komplex abgeworfen worden waren.
Zivile Opfer und internationale Sorge
Die Angriffe forderten nach iranischen Angaben mindestens 201 Todesopfer und 747 Verletzte in 24 Provinzen. Besonders erschütternd war der Angriff auf eine Mädchenschule in Minab, bei dem mindestens 85 Schülerinnen ums Leben kamen. Diese Zahlen lassen sich jedoch unabhängig nicht verifizieren.
Bundeskanzler Friedrich Merz forderte den Iran zu einem sofortigen Ende der Militärangriffe auf und appellierte an alle Parteien, die "Gewalt gegen die eigene Bevölkerung zu beenden". Die Lufthansa strich alle Flüge in die Region bis zum 7. März.
Vergeltungsdrohungen der Revolutionsgarden
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten "die größten Militäreinsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte" gegen Israel und US-Stützpunkte an. Bereits in der Nacht setzte der Iran Vergeltungsangriffe fort und beschoss israelische Ziele sowie amerikanische Stellungen in Bahrain.
In Teheran brach nach Chameneis Tod spontan Jubel aus. Bewohner berichteten von Menschen, die aus Fenstern schrien und Hupkonzerte veranstalteten. Der Religionsführer hatte das Land 35 Jahre lang mit harter Hand regiert und Proteste wiederholt gewaltsam niederschlagen lassen. Bei den jüngsten Massenprotesten im Januar wurden laut dem Aktivistennetzwerk HRANA mehr als 7.000 Menschen getötet.
Die iranische Regierung rief 40 Tage Staatstrauer und sieben Feiertage aus, während die Region vor einer weiteren Eskalation des bereits verheerenden Konflikts steht.