Handball-Drama in Balingen: Aufsteiger scheitert in letzter Sekunde an Magdeburg
Der HBW Balingen-Weilstetten hat dem SC Magdeburg am dritten Spieltag der Handball-Bundesliga ein intensives Duell geliefert und beinahe für eine Überraschung gesorgt. Am Ende stand eine 30:31-Niederlage, die erst durch eine umstrittene Entscheidung in der Schlusssekunde besiegelt wurde. Vor 2.350 Zuschauern in der Mey Generalbau Arena zeigte der Aufsteiger über weite Strecken eine starke Leistung, musste sich aber letztlich dem Meister geschlagen geben.
Balingen startet mutig und dominiert die erste Halbzeit
Die Partie entwickelte sich von Beginn an zu einem Duell auf Augenhöhe. Magdeburg erreichte in der ersten Halbzeit maximal eine Ein-Tore-Führung. Nach zehn Minuten lag Balingen mit 7:6 vorne, Mex Raguse erhöhte sogar auf 8:6. Die Defensive der Hausherren arbeitete bemerkenswert und ließ den Meister über sieben Minuten ohne Torerfolg. Felix Claar verkürzte für Magdeburg auf 7:9, näher kam der deutsche Meister jedoch nicht heran.
Der Aufsteiger kämpfte aufopferungsvoll gegen ideenlose Gäste. Yonatan Dayan stellte kurz vor der Pause erstmals auf vier Tore Differenz (14:10). Die Magdeburger fanden selten Wege durch die Abwehr der Schwaben, und wenn doch, scheiterten sie häufig am überragenden Torhüter Vladimir Cupara. Kurz vor dem Seitenwechsel leistete sich Balingen jedoch zwei technische Fehler, wodurch der SCM auf 13:15 herankam.
Magdeburg kommt zurück, Balingen bleibt dran
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste verbessert aus der Kabine. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff glich der SCM zum 16:16 aus, dem ersten Gleichstand seit dem 6:6. Zahlreiche Zwei-Minuten-Strafen verhinderten jedoch, dass das Momentum auf Magdeburger Seite kippte. Der HBW zog erneut auf zwei Tore davon (19:17, 39. Minute). Felix Claar war es, der sich gegen die Überraschung stemmte und sein Team im Spiel hielt.
In der 46. Minute ging Magdeburg beim 23:22 erstmals seit über 35 Minuten in Führung und legte das 24:22 nach. Csaba Leitmeier konterte, Tobias Heinzelmann schaffte den erneuten 24:24-Ausgleich. In den letzten zehn Minuten blieb es ausgeglichen, wobei beide Teams ihre Siebenmeter sicher verwandelten. Sascha Pfattheicher und Matthias Musche trafen zuverlässig.
Entscheidung in der Schlusssekunde
In der 57. Minute wurde es noch einmal laut in der Halle. Daniel Rebmann vereitelte einen Wurf von Lukas Mertens, woraufhin Raguse das 30:29 erzielte. Balingen kam erneut in Ballbesitz, konnte diesen aber nicht nutzen. Musche traf von der Siebenmeterlinie zum 30:30, eine Minute war noch zu spielen.
Der SCM eroberte den Ball, es blieben elf Sekunden. Der Meister ging ins Sieben-gegen-Sechs, Lagergren traf zum 31:30. Heinzelmann warf den Ball vom Anwurf noch einmal ins Magdeburger Tor, doch der Videobeweis musste klären, ob der Ball rechtzeitig hinter der Linie war. Die Schiedsrichter entschieden auf kein Tor, wodurch der SCM in letzter Sekunde zwei Punkte mitnahm.
Fazit: Balingen auf Augenhöhe mit dem Meister
Der HBW Balingen-Weilstetten hat eindrucksvoll bewiesen, dass er in dieser Saison konkurrenzfähig ist. Gegen den deutschen Meister zeigte der Aufsteiger eine geschlossene Mannschaftsleistung und war dem Favoriten über weite Strecken ebenbürtig. Die Niederlage ist ärgerlich, doch die gezeigte Leistung gibt Anlass zur Hoffnung für die kommenden Aufgaben.
Spieldaten im Überblick
- Ergebnis: HBW Balingen-Weilstetten 30:31 SC Magdeburg (15:13)
- Zuschauer: 2.350 (Mey Generalbau Arena, Balingen)
- Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen
- Strafminuten: 8 / 4
- Handball-Bundesliga (HBL), 3. Spieltag
Aufstellungen
HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann, Cupara; Raguse, Grupe, Strobel, Fuß, Locher, Wente, Fügel, Selinka, Heinzelmann, Pfattheicher, Dayan, Zacharias, Leimeter, Pöhle, Bauer
SC Magdeburg: Kuzmanovic, Mandic; Musche, Claar, Vind, Kristjansson, Pettersson, Serradilla, Jonsson, Weber, Lagergren, Mertens, Saugstrup, Bergendahl
Häufige Fragen zum Spiel
Warum musste Magdeburg auf Omar Ingi Magnusson verzichten?
Der Spielmacher war erkrankt und stand dem Kader nicht zur Verfügung. Sein Fehlen war in der ersten Halbzeit deutlich spürbar, da die Magdeburger Offensive lange Zeit ideenlos wirkte.
Wie entschied der Videobeweis in der Schlusssekunde?
Der Wurf von Tobias Heinzelmann vom Anwurf wurde nicht als Tor gewertet. Die Schiedsrichter entschieden nach Prüfung der Bilder, dass der Ball nicht rechtzeitig hinter der Linie war.
Was bedeutet die Niederlage für Balingen?
Trotz der knappen Niederlage hat der Aufsteiger gezeigt, dass er mit den Top-Teams der Liga mithalten kann. Die Leistung gegen den Meister dürfte Selbstvertrauen für die kommenden Spiele geben.