TSV 1860 München: Präsident Mang fordert Aufstieg, Stadionausbau und klare Kante gegen Ismaik
Gernot Mang, Präsident des TSV 1860 München, hat in einem Podcast klare Ziele für den Verein formuliert: den Aufstieg in die 2. Bundesliga, den Ausbau des Grünwalder Stadions und eine deutliche Abgrenzung vom umstrittenen Investor Hasan Ismaik. Der 72-Jährige sprach im Gespräch mit den Journalisten Mike Schier und Christian Deutschländer über die sportliche und strukturelle Zukunft der Löwen.
Fünfjahresplan für den Aufstieg in die 2. Liga
Mang sieht den TSV 1860 langfristig in der 2. Bundesliga. „Wir müssen einfach weiter nach oben. Da gehört der Verein auch hin“, sagte er in der Podcast-Folge, die am 1. Oktober erscheint. Dafür seien ein tragfähiges sportliches Konzept, finanzielle Stabilität und professionelle Strukturen nötig. Der Zeithorizont: ein Fünfjahresplan. Gleichzeitig räumte Mang ein: „Wir wissen, der Sport ist ja nicht berechenbar.“ Einen Aufstieg als offizielles Saisonziel will er deshalb nicht ausgeben. Man schaue „Spiel für Spiel“.
Finanziell wäre ein Aufstieg nach Einschätzung des Präsidenten bereits jetzt machbar. Eine konkrete Prognose für die laufende Saison vermied er jedoch bewusst.
Grünwalder Stadion: Zeitplan ist ambitioniert
Für den Umbau des Grünwalder Stadions nannte Mang konkrete Etappen: Noch in diesem Jahr soll der Bauvorbescheid vorliegen, 2027 die Baugenehmigung. Mitte 2028 könnte der Umbau beginnen, die Fertigstellung ist für 2030 geplant. Die Kapazität soll auf 27.000 Plätze erweitert werden. „Es wird ein schönes Schmuckkästchen“, so Mang. Er räumte ein, dass der Zeitplan „sehr ambitioniert“ sei: „Es muss einfach alles schneller passieren.“
Finanzierung: Stadt, Namensrechte und Olympia-Bewerbung
Die Finanzierung des Projekts soll sich aus mehreren Quellen speisen. Mang fordert einen städtischen Beitrag, da München das Stadion ohnehin sanieren müsse. Weitere Bausteine könnten der Verkauf von Namensrechten und eine Fremdfinanzierung sein. Zudem setzt der Präsident auf Bundesmittel im Zusammenhang mit der Olympia-Bewerbung Münchens. „Das wird das eine oder andere erleichtern. Da bin ich überzeugt“, sagte er. Auch für andere Abteilungen des Vereins biete die Bewerbung Chancen: „Das ist jetzt für uns die Riesenchance, auch Olympioniken auszubilden.“
Während der Bauarbeiten soll das Olympiastadion als Ausweichspielstätte dienen. Ob dort zu den benötigten Zeitpunkten Fußball gespielt werden könne, sei allerdings noch zu klären. Einen Plan B gebe es nicht.
Verhältnis zu Hasan Ismaik: „Er wurde falsch beraten“
Das Verhältnis zwischen Mang und dem Investor Hasan Ismaik bleibt angespannt. Der letzte direkte Kontakt liege vermutlich ein Jahr zurück, zum Geburtstag habe er ihm nicht gratuliert: „Nein, da gibt es auch keinen Grund dazu.“ Mang kritisierte, Ismaik sei „falsch beraten“ worden und hätte häufiger persönlich vor Ort sein sollen, statt sich vertreten zu lassen. Möglichen rechtlichen Schritten Ismaiks sieht der Präsident gelassen entgegen. Das Konzept für den Neustart sei vom Gläubigerausschuss einstimmig angenommen worden. Auf die Ankündigung juristischer Schritte sagte Mang: „Ich warte ab.“
Derby gegen Bayern II: Vorfreude mit Bauchschmerzen
Vor dem Derby gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern am 18. Oktober mischt sich bei Mang Sorge in die Vorfreude. Angesichts gewaltsamer Vorfälle in der Vergangenheit sagte er: „Da habe ich schon Bauchschmerzen, weil Gewalt im Sport gar nichts verloren hat. Also wirklich null.“ Er wünsche sich begeisterte Fans und einen friedlichen Ablauf: „Aber ich bin froh, wenn das Spiel auch vorbei ist.“
Rückkehr des Löwen-Logos und Bekenntnis zu Giesing
Zur kommenden Saison sollen die Spieler wieder mit dem Löwen auf der Brust auflaufen. Das Logo gehöre wieder dem e.V. und solle dort auch bleiben. Die laufende Spielzeit bezeichnete Mang als „Neustart, ein Übergangsjahr“.
Der Präsident bekannte sich ausdrücklich zum Standort Giesing. „Wichtig ist, dass unsere DNA weiterlebt“, sagte er. Deshalb kämpfe er für das Grünwalder Stadion und gegen einen Umzug an den Stadtrand. Die Anwohner würden in die Planungen einbezogen, eine vollständige Überdachung solle den Lärm reduzieren.
Ehrenamt als Fulltimejob: 60 bis 70 Stunden pro Woche
Sein Engagement als Präsident bezeichnete Mang als „Fulltimejob“. Seit Mai investiere er 60 bis 70 Stunden pro Woche in den Verein. Für den Marathonläufer sei die Präsidentschaft „ein sehr, sehr harter Marathon“, der einen langen Atem erfordere. Auf die Frage, ob er durchhalten wolle, antwortete er: „Ja, natürlich.“
Persönlicher Grant und Hoffnung auf Gloria
Den Zwangsabstieg des Vereins habe ihn „enttäuscht und wirklich sauer und auch grantig gemacht“. Gloria bemesse sich für ihn ausschließlich am sportlichen Erfolg: „Das heißt die Tabelle, das heißt die Punkte - und die Tabelle lügt nicht.“ Erst wenn es Schritt für Schritt nach oben gehe, könne man von Gloria sprechen. „Und Gloria hat es in diesem Verein leider schon lange nicht mehr gegeben, aus meiner Sicht.“
Der Podcast „Grant & Gloria“ ist ab dem 1. Oktober auf allen gängigen Plattformen und als Video auf YouTube verfügbar.
Häufige Fragen zu TSV 1860 München und dem Grünwalder Stadion
Wann soll der Umbau des Grünwalder Stadions beginnen?
Der Bauvorbescheid soll noch 2026 vorliegen, die Baugenehmigung 2027. Der Umbau ist für Mitte 2028 geplant, die Fertigstellung für 2030.
Wie viele Plätze soll das Grünwalder Stadion nach dem Umbau haben?
Die Kapazität soll auf 27.000 Zuschauer erweitert werden.
Was sagt Gernot Mang zu Hasan Ismaik?
Mang kritisiert, dass Ismaik „falsch beraten“ wurde und zu selten persönlich präsent war. Möglichen Klagen sieht er gelassen entgegen.
Wann kehrt das Löwen-Logo auf das Trikot zurück?
Das Wappentier soll zur Saison 2026/27 wieder auf der Brust der Spieler zu sehen sein.