Iran schließt Verhandlungen mit USA kategorisch aus
Der iranische Sicherheitsrat hat jegliche Verhandlungen mit den USA kategorisch ausgeschlossen, während sich die militärische Lage im Nahen Osten weiter verschärft. Generalsekretär Ali Laridschani wies Berichte über geheime Gespräche via Oman scharf zurück und machte Washington für das regionale Chaos verantwortlich.
Diplomatische Türen bleiben verschlossen
"Teheran wird nicht mit Washington verhandeln", schrieb Laridschani auf der Plattform X und reagierte damit auf Medienberichte über angebliche Vermittlungsversuche. Der hochrangige Funktionär, der nach dem Tod von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei zu den Schlüsselfiguren im iranischen Machtgefüge zählt, warf den USA vor, den Nahen Osten ins Chaos gestürzt zu haben.
Das Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, Laridschani habe sich bezüglich des umstrittenen Atomprogramms an den bisherigen Vermittler Oman gewandt. Diese Darstellung wies der iranische Spitzenvertreter nun entschieden zurück.
Militärische Eskalation erreicht neue Dimension
Die Ablehnung diplomatischer Gespräche erfolgt vor dem Hintergrund einer dramatischen militärischen Eskalation. Das US-Militär meldete über 1.000 angegriffene Ziele im Iran binnen 24 Stunden, darunter das Hauptquartier der Revolutionsgarden und kritische Infrastruktur. Gleichzeitig feuerte der Iran erneut Raketen auf Israel ab, während sich die Hisbollah-Miliz erstmals seit der Waffenruhe von November 2024 wieder an Angriffen beteiligte.
Besonders besorgniserregend ist die Beschädigung ziviler Einrichtungen: In Teheran wurde das Gandhi-Krankenhaus von einer Rakete getroffen. Landesweit seien seit Kriegsbeginn sieben medizinische Einrichtungen attackiert worden, berichtete der staatliche Rundfunk. Krankenhäuser stehen unter besonderem Schutz des humanitären Völkerrechts.
Regionale Auswirkungen und Flüchtlingswelle befürchtet
Die SPD warnte vor einer neuen Flüchtlingswelle nach Europa. "Jeder Nahost-Krieg in der Geschichte hat große Fluchtbewegungen mit sich gebracht", erklärte der außenpolitische Sprecher Adis Ahmetovic. Es könne "Millionen von Menschen" geben, die nach Europa fliehen.
Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Anstiegen: Ein Barrel Brent-Öl verteuerte sich um 14 Prozent auf 82,37 Dollar. Mehrere Golfstaaten meldeten erfolgreiche Abwehr iranischer Raketen und Drohnen, während ein britischer Luftwaffenstützpunkt auf Zypern getroffen wurde.
Ungewisse Zukunft nach Chameneis Tod
Nach der Tötung Chameneis wurde ein dreiköpfiges Führungsgremium bestimmt, dem Präsident Massud Peseschkian, Ajatollah Aliresa Arafi und Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei angehören. US-Präsident Trump erklärte, über eine Auswahlliste mit drei Kandidaten für Chameneis Nachfolge zu verfügen, wollte diese jedoch nicht preisgeben.
Die kategorische Ablehnung von Verhandlungen durch den Iran verschärft die ohnehin angespannte Lage weiter und lässt eine diplomatische Lösung des Konflikts in weite Ferne rücken.