Fahrradbrücke statt Ampel: Iffeldorfer fordern sichere Querung
An der Staatsstraße zwischen Penzberg und Iffeldorf ringen Anwohner und Politiker um die richtige Verkehrslösung für Radfahrer. Eine Petition fordert eine kreuzungsfreie Brücke, während das Staatliche Bauamt auf eine günstigere Ampellösung setzt. Die Entscheidung fällt im Juli.
Ortstermin im Dauerregen
Im Oktober hatte Gerhard Kerfers eine Petition samt 500 Unterschriften beim Landtag eingereicht. Der Iffeldorfer schlägt vor, eine Radbrücke parallel zur Autobahn über die Staatsstraße zu spannen. Damit ließe sich der Weg zwischen Iffeldorf und Penzberg kreuzungsfrei gestalten. Am Mittwoch informierten sich die Landtagsabgeordneten Sabine Gross (SPD) und Konrad Baur (CSU) vor Ort. Beide gehören dem Petitionsausschuss an. Dass der Ausschuss nicht am grünen Tisch entscheidet, hatte Kerfers im Vorfeld bereits als Erfolg verbucht.
Rund 40 Beteiligte fanden sich bei Dauerregen an der Staatsstraße ein, darunter Vertreter des Staatlichen Bauamts, Polizei, Landrat Johann Bertl (CSU) sowie die Bürgermeister Hans Lang (SPD) aus Iffeldorf und Thomas Kopf (PM) aus Penzberg.
Sicherheit versus Kosten
Die Berichterstatterin Gross betonte, man sei vor Ort, um zuzuhören und die Gegebenheiten zu prüfen. Zwei Aspekte müssten zusammengeführt werden: die Kosten und der Wunsch nach einer sicheren Trennung von Rad- und Autoverkehr. Eine Entscheidung wird voraussichtlich im Juli vor der Sommerpause erwartet.
Bürgermeister Lang zeigte sich nach dem eineinhalbstündigen Ortstermin pessimistisch. Die Ampellösung werde bereits als Fakt vorausgesetzt, sodass die Radverkehrssicherheit in der Diskussion untergehe. Auch Kerfers klang wenig zuversichtlich. Immer wieder sei es ums Geld gegangen. Angesichts leerer Kassen führe dies
zwangsläufig zu einer billigen Krampflösung, so Kerfers. Zwar glaube er, dass die Abgeordnete Gross einer Brücke nicht abgeneigt sei. Ob sie sich jedoch im Ausschuss durchsetzen könne, bleibe offen.
Die Argumente im Überblick
- Für die Brücke: 450 Radfahrer queren täglich die Autobahnausfahrt, darunter viele Schulkinder. Der Umweg betrüge nur 150 Meter. Geschätzte Kosten: rund 300.000 Euro.
- Gegen die Brücke: Das Staatliche Bauamt taxiert sie auf 1,2 Millionen Euro. Die Planung dauert zwei bis drei Jahre.
- Ampellösung: Grünpause von 40 Sekunden, maximale Wartezeit 58 Sekunden. Bau ab Frühjahr 2027.
Provisorium als Kompromiss?
Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt deutete an, dass eine Brücke auch nach dem Ampelbau noch möglich wäre. Ab Frühjahr entsteht zunächst die Ampellösung, bei der die Aus- und Einfahrt der A95 von 60 auf 30 Meter verschmälert wird. Für Radfahrer könnte eine provisorische Lösung vorgesehen werden, bis eine Brücke realisiert ist. Penzbergs Bürgermeister Kopf sprach sich dafür aus, die Brückenlösung nach dem Ampelbau neu zu bewerten.
Größeres Verkehrsproblem
Alle Beteiligten waren sich einig, dass die aktuelle Situation nicht bleiben kann. Die Diskussion zeigte jedoch, dass es nicht nur um Ampel oder Brücke geht. Der Kreisel in Penzberg ist nicht leistungsfähig und verursacht zu Hauptverkehrszeiten Rückstaus bis nach Iffeldorf. Zudem wird ein Tempo-60-Limit gefordert.
Die Debatte offenbart ein strukturelles Problem: Wer die Verkehrswende ernst nimmt, muss den Radverkehr sicher und attraktiv gestalten. Ampeln an Autobahnausfahrten sind für Radfahrer, besonders für Schulkinder, keine überzeugende Lösung. Die Frage bleibt, ob der Petitionsausschuss im Juli den Mut hat, Sicherheit über Sparsamkeit zu stellen.