Iran lehnt Verhandlungen mit USA ab - Nahost-Konflikt eskaliert weiter
Ein hochrangiger iranischer Vertreter hat Verhandlungen mit den USA kategorisch ausgeschlossen, während sich die militärische Lage im Nahen Osten weiter verschärft. Ali Laridschani, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, widersprach auf der Plattform X Medienberichten, wonach er über den Vermittler Oman neue Gespräche mit Washington angestrebt haben soll.
Laridschani, der nach der Tötung von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei als Schlüsselfigur im iranischen Machtgefüge gilt, warf dem US-Präsidenten vor, den Nahen Osten ins Chaos gestürzt zu haben. "Der Iran hat den Krieg nicht begonnen und wird sich weiter verteidigen", schrieb er weiter.
Humanitäre Krise verschärft sich
Bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen im Iran wurde das Gandhi-Krankenhaus in Teheran von einer Rakete getroffen. Landesweit seien seit Kriegsbeginn sieben medizinische Einrichtungen attackiert worden, berichtete der staatliche Rundfunk. Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen stehen unter besonderem Schutz des humanitären Völkerrechts und dürfen als zivile Einrichtungen nicht angegriffen werden.
Im Libanon kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 31 Menschen bei israelischen Angriffen ums Leben, 149 weitere wurden verletzt. Die israelische Armee kündigte eine Verstärkung der Angriffe an und rief Bewohner von etwa 50 Städten und Dörfern zur Evakuierung auf.
Sorge vor neuer Flüchtlingswelle
Die SPD im Bundestag warnt angesichts der Eskalation vor einer neuen Flüchtlingswelle nach Deutschland und Europa. "Jeder Nahost-Krieg in der Geschichte hat große Fluchtbewegungen mit sich gebracht", sagte der außenpolitische Sprecher Adis Ahmetovic dem "Stern". Es könne "Millionen von Menschen" geben, die nach Europa fliehen.
"Ein Vielvölkerstaat mit 90 Millionen Menschen hat jetzt das Potential für einen Bürgerkrieg, die Region könnte in einen Flächenbrand geraten", warnte Ahmetovic. Das hätte direkte Folgen für Deutschland und Europa.
Militärische Eskalation weitet sich aus
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in den ersten 24 Stunden mehr als 1.000 Ziele im Iran angegriffen, darunter das Hauptquartier der Revolutionsgarden und Luftabwehrsysteme. US-Präsident Trump geht von einem etwa vierwöchigen Militäreinsatz aus.
Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat erstmals seit der Waffenruhe vom November 2024 wieder Israel mit Raketen angegriffen. Dies geschah als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei. Die israelische Armee reagierte mit Bombardierungen von Hisbollah-Stellungen.
Internationale Reaktionen
Die USA und arabische Staaten verurteilten die iranischen Gegenangriffe als "gefährliche Eskalation". Der gemeinsamen Erklärung schlossen sich Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an.
Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Anstiegen auf die Eskalation. Ein Barrel Brent-Öl verteuerte sich zeitweise um 14 Prozent auf 82,37 Dollar.