Drohnenproduktion für Ukraine startet in Gauting
Am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen beginnt die industrielle Fertigung von Mehrzweckdrohnen für die ukrainischen Streitkräfte. Das deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen Quantum Frontline Industries (QFI) will bis Ende des Jahres 10.000 Drohnen des Typs Linza 3.0 produzieren.
Internationale Solidarität in der Praxis
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius übergab die erste Drohne symbolisch an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Diese Kooperation zwischen dem Gilchinger Unternehmen Quantum Systems und der ukrainischen Firma Frontline Robotics zeigt beispielhaft, wie internationale Solidarität konkret umgesetzt werden kann.
Selenskyj dankte Deutschland für die kontinuierliche Unterstützung seit Kriegsbeginn: "Ich möchte den Menschen in Deutschland für die Unterstützung Ihres Landes seit Beginn des Krieges danken. Ihre Solidarität bedeutet uns sehr viel."
Technische Innovation für den Frieden
Die Linza 3.0 Drohne verfügt über modernste Technologie: Ein KI-fähiges Navigationsmodul, 12-Zoll-Rahmen und die Kapazität, bis zu vier Kilogramm Nutzlast über 15 Kilometer zu transportieren. Mit einer Flugzeit von bis zu 60 Minuten eignet sie sich sowohl für Aufklärungsmissionen als auch für logistische Unterstützung.
Bereits 60 Exemplare sind an der Front im Einsatz. Die vollautomatisierte Produktionslinie in den ehemaligen Lilium-Hallen stellt einen wichtigen Schritt in der deutsch-ukrainischen Industriekooperation dar.
Gegenseitiger Nutzen und Lernen
Minister Pistorius betonte die Vorteile für beide Seiten: "Wir unterstützen damit die Ukraine in ihrem Kampf. Wir profitieren aber auch selbst, wir lernen von den unfassbar großen Datenmengen und den vielen Erfahrungen, die auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine gesammelt werden."
Die Arbeitsteilung ist klar definiert: Quantum Systems stellt die industrielle Infrastruktur bereit, während Frontline Robotics das technische Know-how und die Konstruktionspläne einbringt. Diese Partnerschaft könnte als Modell für weitere internationale Kooperationen dienen.
QFI-Geschäftsführer Matthias Lehna sieht das Unternehmen als Vorreiter: "QFI ist das erste Unternehmen seiner Art, aber es wird nicht das letzte sein." Die Kooperation zeigt, wie Technologie und internationale Solidarität Hand in Hand gehen können, um demokratische Werte zu verteidigen.