CSD-Angriff in Berlin: Polizei fahndet nach 21-jährigem Tatverdächtigen
Nach dem Angriff am Rande des Christopher Street Days (CSD) am Samstagabend in Berlin fahndet die Polizei öffentlich nach einem 21-jährigen Mann. Abdul B. steht im Verdacht, im Tiergarten mehrere Menschen mit einem Fahrzeug verletzt zu haben. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Hintergrund aus, betonen aber, dass das Motiv noch nicht abschließend geklärt ist. Der Gesuchte ist identifiziert, aber weder gefasst noch verurteilt; es gilt die Unschuldsvermutung.
Wer ist der Tatverdächtige?
In einer gemeinsamen Meldung von Polizei Berlin und Generalstaatsanwaltschaft wird Abdul B., 21 Jahre alt, namentlich genannt. Er soll gegen 22 Uhr im Bereich des Tiergartens mehrere Personen mit einem fahrenden Fahrzeug angefahren haben. Anschließend sollen sich eine oder mehrere Personen aus dem Fahrzeug entfernt haben, und es sollen mehrere Menschen durch Stichwerkzeuge verletzt worden sein.
Die Ermittler beschreiben den Gesuchten als schlank, circa 1,90 Meter groß, mit schwarzen Haaren, bekleidet mit schwarzem Hoodie und weißer Hose. Ein Fahndungsfoto wurde über die Pressemeldung der Polizei veröffentlicht.
Was ist über seinen Hintergrund bekannt?
Nach Angaben von Polizeisprecher Florian Nath ist Abdul B. polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Er soll Kontakte zur Terrororganisation Islamischer Staat haben. In einem X-Update der Polizei um 3.24 Uhr hieß es, es handele sich um einen „polizeibekannten Mann, der dem islamistischen Spektrum zugerechnet wird“. Laut dpa-Informationen hat der 21-Jährige Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.
Welche Fragen sind noch offen?
Die Polizei betont, dass zum Tatbeitrag und zum Motiv weiterhin Unklarheit besteht. „Wir haben weiterhin noch keinerlei Hinweise auf seine konkreten Motivationshintergründe oder auch den genauen Ablauf oder seinen Tatbeitrag als solchen“, sagte Polizeisprecher Nath. Konkret offen ist: ob Abdul B. tatsächlich das Fahrzeug steuerte, wem der weiße Kastenwagen gehört (ein Privatfahrzeug, kein Mietwagen), ob es einen oder mehrere Täter gab – dazu gibt es unterschiedliche Aussagen – und ob es eine „zweite Tatphase“ mit einer Stichwaffe gab.
Wie verlief die Fahndung in der Nacht?
In den Stunden nach der Tat gab es mehrere Polizeieinsätze in Berlin, darunter eine Durchsuchung in einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg. Der Zugriff unter Beteiligung von Spezialkräften erfolgte gegen 1.10 Uhr; eine Festnahme gab es nicht, weil in der Wohnung niemand angetroffen wurde. Der Tiergarten wurde großräumig abgesperrt und mit Wärmebildkameras abgesucht. Die Polizei geht nicht davon aus, dass sich der Täter noch dort aufhält, sondern anderswo in Berlin.
Wie sollen sich Bürger verhalten?
Die Behörden warnen ausdrücklich davor, den Mann anzusprechen oder direkten Kontakt zu suchen: Er sei „möglicherweise bewaffnet und gefährlich“. Wer die Person antrifft, soll unverzüglich den Notruf 110 wählen. Hinweise nimmt die Polizei über ihr Hinweisportal (be.hinweisportal.de), das Hinweistelefon unter 030 54024111 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.