Basketballerinnen bei Heim-WM: Nächste Hürde Südkorea nach souveränem Sieg gegen Mali
Die deutschen Basketballerinnen haben bei der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin ihr Minimalziel erreicht: Nach einem deutlichen 83:58 (49:32) gegen Mali steht das Team von Bundestrainer Olaf Lange in der Zwischenrunde. Bereits am Dienstagabend (20.45 Uhr) geht es gegen Südkorea, wobei ein Sieg den Einzug ins Viertelfinale bedeuten würde.
Deutschland zeigt sich gegen Mali in starker Form
Vor ausverkaufter Arena in Berlin präsentierte sich die deutsche Mannschaft von Beginn an konzentriert und dominant. Nach dem eher mühsamen Auftaktspiel und dem klaren Sieg gegen Japan steigerte sich das Team erneut. Besonders herausragend waren Frieda Bühner mit 21 Punkten und Luisa Geiselsöder mit 17 Punkten, die von Dennis Schröder die Trophäe für die Spielerin des Spiels erhielt.
Bundestrainer Olaf Lange zeigte sich nach der Partie betont sachlich: „Es gibt keine Feier. Es ist zu kurz, der Umstieg auf morgen. Die Spielerinnen müssen sich jetzt erholen, morgenfrüh geht es schon wieder weiter.“ Die kurze Regenerationszeit ist eine der Herausforderungen im Turnierverlauf.
Nächste Aufgabe: Südkorea als Prüfstein für das Viertelfinale
Das Duell mit Südkorea entscheidet darüber, ob Deutschland im Viertelfinale auf Belgien trifft. Lange verwies auf die Erfahrungen aus dem Spiel gegen Japan: „Vom Spielstil sind die Asiaten alle sehr ähnlich. Sie haben starke Werferinnen, da müssen wir uns wieder neu fokussieren. Wir haben mit Japan schon ein bisschen Erfahrung gesammelt.“ Südkorea belegte in seiner Gruppe den dritten Platz.
Spanien sicherte sich parallel mit einem 79:59 gegen Japan den Gruppensieg und ist direkt für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Für Deutschland wäre der Weg nach einem Sieg gegen Südkorea klar: Viertelfinale gegen Belgien, ein möglicher Halbfinalgegner wäre Frankreich. Ein Duell mit Topfavorit USA und Superstar Caitlin Clark wäre frühestens im Finale am Sonntag möglich.
Schröder lobt die Entwicklung des Teams
Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder, der unter den 12.550 Fans in der Arena war, zeigte sich bereits zur Halbzeit beeindruckt: „Das erste Spiel war nicht so gut. Das zweite Spiel haben sie deutlich gewonnen. Und jetzt im dritten Spiel dominieren sie auch. Du willst in dem Turnier von Spiel zu Spiel immer besser werden – und das tun sie.“
Deutschland überzeugt defensiv und offensiv
Lange hatte vor der Partie vor Mali gewarnt: „Mali ist wie einige der afrikanischen Teams sehr athletisch, sehr kräftig, sehr dynamisch. Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Japan, das zwar schnell ist, aber lange nicht so physisch. Da müssen wir uns umstellen.“ Diese Umstellung gelang von Anfang an.
Aufbauspielerin Alexis Peterson kehrte nach ihrer Lebensmittelvergiftung rechtzeitig in den Kader zurück und führte von der Bank kommend Regie. Die deutsche Mannschaft dominierte von Beginn an und führte nach dem ersten Viertel mit 23:18. Im zweiten Viertel setzte sich das Team weiter ab, insbesondere dank einer starken Dreierquote von 47 Prozent vor der Pause. Drei dieser Distanzwürfe steuerte Riesentalent Bühner von den Portland Fire bei.
Geiselsöder findet immer besser in das Turnier
Luisa Geiselsöder, die in den ersten beiden Partien noch Probleme hatte, steuerte im ersten Viertel wichtige sechs Punkte bei und fand im Verlauf der Partie immer besser ihren Rhythmus. So konnte Bundestrainer Lange es sich erlauben, Topspielerinnen wie Leonie Fiebich und Nyara Sabally mit Blick auf das K.o.-Spiel gegen Südkorea Schonung zu gewähren.
Ausblick: Belgien als nächster großer Test
Sollte Deutschland gegen Südkorea gewinnen, wartet am Donnerstag im Viertelfinale Medaillenkandidat Belgien. Der Europameister setzte sich im Spitzenspiel der Gruppe C gegen Australien mit 80:68 durch, auch dank 22 Punkten von Starspielerin Emma Meesseman, und bleibt damit ungeschlagen.
Die deutsche Mannschaft hat sich mit dem Sieg gegen Mali eine gute Ausgangslage verschafft, doch die kommenden Aufgaben werden anspruchsvoller. Das Duell gegen Südkorea wird zeigen, ob das Team die nötige Konstanz für einen tiefen Lauf bei der Heim-WM besitzt.