WM-Analyse: England bezwingt DR Kongo durch Kane-Doppelpack
Die englische Nationalmannschaft hat bei der Fußball-WM 2026 das Achtelfinale erreicht. Trotz einer strukturell schwachen Leistung besiegte das Team von Trainer Thomas Tuchel die DR Kongo mit 2:1 (0:1). Ein Doppelschlag von Stürmer Harry Kane in der 75. und 86. Minute drehte die Partie nach der frühen Führung durch Brian Cipenga (7. Minute). England trifft im nächsten Spiel auf den Co-Gastgeber Mexiko. Die Begegnung offenbarte die diskrepanten Ressourcen im Weltfußball: Eine mit Premier-League-Millionären gespickte Auswahl geriet gegen einen Verein, der sich erstmals seit 52 Jahren wieder für eine WM qualifiziert hatte.
Warum geriet England gegen die DR Kongo in Rückstand?
Die frühe Führung der DR Kongo resultierte aus einem individuellen und taktischen Fehler der englischen Defensive. Nach einer Flanke aus dem rechten Halbfeld landete der Ball bei Brian Cipenga auf der anderen Seite. Der Flügelstürmer zog in den Strafraum und schoss den Ball überraschend in die kurze Ecke. Torwart Jordan Pickford hatte offenbar mit einem Querpass gerechnet und musste das Gegentor weitgehend selbst verantworten.
Die Geschichte von Cipenga steht exemplarisch für die unterschiedliche Ausgangslage. Als Trainer Sébastien Desabre den Stürmer vor gut einem Jahr erstmals nominierte, rief das in der Heimat Unverständnis hervor. Doch der Spieler aus der zweiten spanischen Liga war entscheidend für die WM-Qualifikation. Im Playoff-Spiel gegen Jamaika bereitete Cipenga das einzige Tor durch Axel Tuanzebe vor. Dieser Sieg ermöglichte dem Land nach über einem halben Jahrhundert die Rückkehr auf die Weltbühne, ein Erfolg, der auf einem tiefen kollektiven Glauben basiert, wie Tuchel vor dem Spiel betont hatte.
Wie bewertet sich die umstrittene Szene um Harry Kane?
Kurz vor der Pause verweigerte der jordanische Schiedsrichter Adham Makhadmeh einen Elfmeter für England. Harry Kane war nach einem Kontakt mit Torwart Lionel Mpasi im Strafraum zu Boden gegangen. Der Videobeweis zog die Entscheidung nicht in Zweifel. Die Reaktionen auf englischer Seite waren fassungslos, Thomas Tuchel schüttelte ungläubig den Kopf.
Die Expertenanalyse fiel differenziert aus. Jürgen Klopp analysierte bei MagentaTV sachlich:
Kontakt ist auf jeden Fall da, das steht völlig außer Frage. Der Schiri hat angezeigt, er wäre gesprungen, das kann ich auch aus der Schiedsrichterperspektive nachvollziehen.Englands Sturm-Legende Alan Shearer hingegen wertete die Szene als klaren Elfmeter. Unabhängig von dieser Kontroverse hielt Mpasi im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit sein Team mit Paraden gegen Jude Bellingham und Kane im Spiel.
Welche taktischen Anpassungen retten Thomas Tuchels Team?
Trainer Thomas Tuchel hatte seine Mannschaft auf jegliche Szenarien vorbereitet, wie er vor dem Spiel betonte. Der frühe Rückstand erzwang jedoch eine offensive Neuausrichtung. Nach Chancen von Marcus Rashford, die Mpasi vereitelte, reagierte Tuchel in der 52. Minute mit der Einwechslung von Bukayo Saka und Anthony Gordon für die Außenstürmer.
Die wachsende Unruhe der 68.239 Zuschauer manifestierte sich in Buhrufen bei Fehlpässen der englischen Mannschaft. In der Trinkpause gestikulierte Tuchel ununterbrochen und wies seine Spieler zurecht. Die Wende kam durch die individuelle Klasse des Bayern-Stürmers. In der 75. Minute köpfte Kane eine Flanke von Gordon ins lange Eck. Nur elf Minuten später nutzte er einen Halbraumabschluss aus der Drehung und traf ins rechte obere Eck. Die individuelle Weltklasse von Kane kompensierte am Ende die kollektive Schwäche der englischen Mannschaft.
Häufige Fragen zum Spielverlauf
Wer hat die Tore im Spiel England gegen die DR Kongo geschossen?
Brian Cipenga erzielte in der 7. Minute die Führung für die DR Kongo. Harry Kane glich in der 75. Minute aus und erzielte in der 86. Minute den Siegtreffer für England.
Gegen wen spielt England im WM-Achtelfinale?
England trifft im Achtelfinale auf den Co-Gastgeber Mexiko.
Warum spielte die DR Kongo bei der WM 2026?
Die DR Kongo qualifizierte sich erstmals seit 52 Jahren wieder für eine Weltmeisterschaft. Der entscheidende Sieg im Playoff gegen Jamaika wurde durch ein Tor von Axel Tuanzebe nach Vorlage von Brian Cipenga erreicht.