Ukraine-Krieg: Russische Infrastruktur unter anhaltenden Angriffen
Ukrainische Drohnenangriffe haben in der Nacht zu Montag erneut russische Infrastrukturen getroffen und den Zugverkehr in der Region Woronesch gestört. Nach Angaben des regionalen Gouverneurs Alexander Gussew wurde eine Infrastrukturanlage leicht beschädigt, Verletzte gab es nicht. Der Zugverkehr konnte nach kurzer Unterbrechung wieder aufgenommen werden.
Weitreichende Drohnenangriffe über 20 russische Regionen
Das russische Verteidigungsministerium meldete das Abfangen von 129 ukrainischen Drohnen über mehr als 20 russischen Regionen, eine ungewöhnlich weite Verteilung der Angriffe. In den Grenzregionen Brjansk und Belgorod sollen 29 beziehungsweise 15 Drohnen abgefangen worden sein. In der Region Twer kam ein Mensch ums Leben, zwei weitere wurden verletzt, als Drohnentrümmer in ein Wohngebäude einschlugen.
Technologische Innovationen im Konflikt
Bemerkenswert ist der Einsatz neuer Technologien: Ukrainische Spezialkräfte nutzen nach Berichten der "Ukrainska Pravda" Bodenrobotersysteme des Unternehmens DevDroid, um gefangene russische Soldaten zu transportieren und Nachschub zu liefern. Diese Entwicklung zeigt die zunehmende Digitalisierung des Kriegsgeschehens.
Internationale Diplomatie und Friedensbemühungen
Bundeskanzler Friedrich Merz sicherte der Ukraine in einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten anhaltende Unterstützung zu. Mit dem eingefrorenen russischen Vermögen seien die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um der Ukraine langfristig beizustehen. Gleichzeitig betonte er die veränderten transatlantischen Beziehungen und die schwierigen diplomatischen Bedingungen.
Heute treffen sich in Paris Vertreter der "Koalition der Willigen" aus 35 Ländern, um über Waffenstillstandsüberwachung und eine mögliche multinationale Friedenstruppe zu beraten. Neben Merz und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj werden auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner erwartet.
Zivile Infrastruktur im Visier
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wirft Russland vor, systematisch amerikanische Unternehmen anzugreifen. Ein Werk des US-Konzerns Bunge in Dnipro sei gezielt beschossen worden. In Cherson führten russische Angriffe zu Stromausfällen und Schäden an einem Krankenhaus, wobei zwei Personen verletzt wurden.
Nach ukrainischen Angaben hat die Armee in den vergangenen drei Monaten über 90.000 russische Soldaten getötet. Präsident Selenskyj kündigte Reformen im Verteidigungsministerium an, das voraussichtlich der Minister für digitale Transformation übernehmen wird.