Ukraine-Krieg: Massive Drohnenwelle trifft über 20 russische Regionen
Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht zu Montag eine der größten Drohnenoffensiven des Krieges gestartet. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden 129 ukrainische Drohnen über mehr als 20 russischen Regionen abgefangen, eine ungewöhnlich weite Verteilung der Angriffe.
Zivile Infrastruktur betroffen
In der Region Woronesch führte ein ukrainischer Drohnenangriff zu Störungen im Zugverkehr und leichten Schäden an einer Infrastrukturanlage. Der Gouverneur Alexander Gussew teilte mit, dass der Zugverkehr nach kurzer Unterbrechung wieder aufgenommen wurde. Verletzte gab es nicht.
Schwerer waren die Auswirkungen in der Region Twer, wo Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne in einer Wohnung im neunten Stock eines Gebäudes einschlugen und ein Feuer auslösten. Ein Mensch wurde getötet, zwei weitere verletzt. Anwohner mussten evakuiert werden.
Diplomatische Bemühungen in Paris
Parallel zu den militärischen Entwicklungen treffen sich heute in Paris Vertreter aus 35 Ländern der sogenannten Koalition der Willigen, um über die weitere Unterstützung der Ukraine zu beraten. Bundeskanzler Friedrich Merz, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie US-Sondergesandte Steve Witkoff werden an den Gesprächen teilnehmen.
Im Fokus stehen Pläne für eine mögliche Überwachung eines Waffenstillstands und die Diskussion über eine multinationale Truppe zur Friedenssicherung. Merz hatte in einem Schreiben an Bundestagsabgeordnete betont, dass "Russland an unserer Entschlossenheit keinen Zweifel haben" dürfe.
Neue Militärtechnologie im Einsatz
Die Ukraine setzt zunehmend auf innovative Technologien. Kämpfer der Spezialeinsatztruppe Alpha verwendeten erstmals ein Bodenrobotersystem vom Typ DevDroid TW 12.7, um einen gefangenen russischen Soldaten zu transportieren. Das ukrainische Tech-Verteidigungsunternehmen DevDroid bestätigte den Einsatz seiner Systeme auch für Versorgung und Kampfhandlungen.
Nach ukrainischen Angaben wurden in den vergangenen drei Monaten mehr als 90.000 russische Soldaten getötet. Präsident Selenskyj kündigte personelle Veränderungen im Verteidigungsministerium an, wobei der Minister für digitale Transformation, Mychailo Fedorow, voraussichtlich die Leitung übernehmen wird.
Humanitäre Lage verschärft sich
Die Zivilbevölkerung leidet weiterhin unter den Kampfhandlungen. In Cherson führte russischer Beschuss zu Stromausfällen, Notfallreparaturen wurden eingeleitet. Bei einem Angriff auf ein Krankenhaus wurden zwei Personen verletzt, darunter ein medizinischer Mitarbeiter.
Der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzdienstes, Andrij Demtschenko, berichtete von intensivem Beschuss in den Grenzgebieten der Regionen Sumy und Charkiw. Russland habe seine Taktik geändert und setze nun verstärkt auf unbemannte Luftfahrzeuge statt auf Artillerie.