Tadej Pogacar: Fünfter Tour-Sieg und der Eintritt in den Legendenkreis
Paris – Tadej Pogacar hat die 113. Tour de France gewonnen und sich damit in den exklusiven Kreis der fünfmaligen Champions eingereiht. Der 27-jährige Slowene, der am Sonntag auf den Champs-Élysées im Gelben Trikot über die Ziellinie rollte, zählt nun zu den größten Radsportlern der Geschichte. Die Einladung in diesen Klub kam von Eddy Merckx persönlich, der Pogacar vor dem Rennen willkommen hieß. Pogacar selbst betonte die Teamleistung und die Unwägbarkeiten der Tour: „Ich bin eine sehr gute Tour gefahren, aber das gesamte Team war unglaublich stark. Einige Konkurrenten hatten auch Pech. Aber so ist die Tour de France eben: Drei Wochen lang kann unglaublich viel passieren.“
Rekordjagd auf L'Alpe d'Huez
Pogacar dominierte die Tour mit fünf Etappensiegen, darunter der prestigeträchtige Erfolg auf L'Alpe d'Huez. Am Freitag fuhr er die 21 Kehren des legendären Anstiegs in 35:26 Minuten hinauf – eine Zeit, die den 30 Jahre alten Rekord von Marco Pantani (36:50 Minuten) um fast eineinhalb Minuten unterbot. Kein anderer Fahrer, weder Lance Armstrong noch Jan Ullrich oder Chris Froome, war zuvor an Pantanis Bestmarke herangekommen. Diese Leistung unterstreicht Pogacars außergewöhnliche Form, wirft aber auch Fragen auf.
Dopingvorwürfe und öffentliche Skepsis
Trotz fehlender Belege für Doping – es gibt weder einen positiven Test noch einen konkreten Verdacht – bleibt Pogacar Ziel von Kritik. Teamchef Mauro Gianetti, ein Ex-Profi mit umstrittener Vergangenheit, erklärte in der L'Équipe: „Tadej ist so stark, dass es unabhängig vom Team immer Zweifel an ihm geben wird.“ Die Skepsis begleitet den Erfolg, ohne dass bisher Beweise vorliegen. Pogacar selbst zeigt sich unbeeindruckt und konzentriert sich auf die kommenden Herausforderungen.
Zukünftige Ziele und Karriereausblick
Pogacar, der auch bei den Frühjahrsklassikern glänzte, plant möglicherweise einen Start bei der Vuelta in Spanien Ende August. Bei der Weltmeisterschaft in Montreal im September gilt er als Top-Favorit. Sein Vertrag mit UAE Emirates-XRG läuft bis 2030, doch Pogacar deutete an, dass er nicht mehr viele Jahre im Profisport verbringen werde: „Ich werde das sicher nicht mehr allzu viele Jahre machen.“ Eddy Merckx sieht jedoch Potenzial für weitere Erfolge: „Es ist gut möglich, dass er der Erste ist, der sich einen sechsten Titel sichert.“ Pogacar bleibt damit eine zentrale Figur im Radsport, deren Leistungen und Perspektiven weiterhin diskutiert werden.
Wie reagiert die Radsportgemeinschaft auf Pogacars Dominanz?
Die Radsportgemeinschaft zeigt sich gespalten. Während Fans die Leistungen feiern, äußern Experten und ehemalige Fahrer wie Eddy Merckx Bewunderung, aber auch Skepsis. Die fehlenden Dopingbelege lassen Raum für Spekulationen, doch Pogacars Konstanz und Vielseitigkeit – von Klassikern bis zu Grand Tours – sprechen für eine außergewöhnliche Karriere.
Welche Rekorde könnte Pogacar noch brechen?
Neben dem Etappenrekord von Mark Cavendish (35 Siege) könnte Pogacar auch den Rekord für die meisten Tour-de-France-Siege anstreben. Mit nur 27 Jahren hat er noch viele Jahre vor sich, um sich in die Geschichtsbücher einzutragen. Sein Fokus liegt jedoch auf einer ausgewogenen Karriere und dem Familienleben mit seiner Lebensgefährtin Urska Zigart.
Fazit: Ein neuer Stern am Radsport-Himmel
Tadej Pogacar hat mit seinem fünften Tour-Sieg einen Meilenstein erreicht, der ihn in die Riege der Legenden stellt. Seine Leistungen sind beeindruckend, aber nicht unumstritten. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob er die Erwartungen erfüllen und weitere Rekorde brechen kann. Für den Radsport bleibt er eine faszinierende Figur, die Diskussionen über Fairness und Exzellenz anregt.