Sigmar Solbach wird 80: Ein Leben zwischen Bühne und Meer
Am 3. Oktober feiert der Schauspieler Sigmar Solbach seinen 80. Geburtstag. Der einstige Fernsehstar hat sich weitgehend aus dem Rampenlicht zurückgezogen und widmet sich heute vor allem der Theaterbühne und dem Segeln. Eine Bilanz.
Vom TV-Liebling zum Theaterdarsteller
Jahrzehntelang prägte Sigmar Solbach das deutsche Fernsehen. Bekannt wurde er durch Serien wie Die Schwarzwaldklinik, Das Erbe der Guldenburgs und Diese Drombuschs. Einem Millionenpublikum wurde er durch die Titelrolle in Dr. Stefan Frank vertraut. Mehr als 90 Fernsehproduktionen stehen in seiner Filmografie.
Doch seit über zehn Jahren steht Solbach nicht mehr regelmäßig vor der Kamera. Der Abschied war selbst gewählt. Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte er:
„Obwohl ich das körperlich locker schaffen würde, haben mir die Drehbücher und veränderten Arbeitsbedingungen die Freude genommen. Und Regisseure und Schauspieler haben bei TV-Filmen kaum noch Mitspracherechte. Ich spiele lieber Theater.“
Eine Karriere mit bemerkenswerten Stationen
Seine Fernsehkarriere begann unter Regisseur Fritz Umgelter, der ihn für den ARD-Mehrteiler Der Winter, der ein Sommer war besetzte. Es folgten Produktionen wie Die Geheimnisse von Paris, Fabrik der Offiziere und Feuer und Flamme. Von 1987 bis 1990 spielte er in der ZDF-Serie Das Erbe der Guldenburgs. Gastauftritte in Das Traumschiff, Wilsberg und Rosamunde Pilcher folgten.
Interessant ist, dass Solbach die Rolle in Das Erbe der Guldenburgs beinahe abgelehnt hätte. Vor allem der Untertitel der Serie missfiel ihm zunächst. Letztlich gaben wirtschaftliche Gründe den Ausschlag.
„Die Serie hat mir die finanzielle Unabhängigkeit gebracht“, sagte er später. Danach habe er selbst entscheiden können, „welche Angebote ich annehme und welche nicht“.
Die Bühne als künstlerische Heimat
Die Theaterarbeit ist für Solbach bis heute zentral.
„Zu spüren, wie die Menschen dir zuhören, wie du ihnen direkt etwas vermitteln kannst, ist das schönste Geschenk.“Eine besondere Herausforderung war die Rolle des querschnittgelähmten Philippe in der Bühnenfassung von Ziemlich beste Freunde. Zwei Stunden lang musste er sich ohne Hand- oder Fußbewegungen auf einem Elektrorollstuhl fortbewegen, den er ausschließlich mit dem Kinn steuerte. Zwei Wochen trainierte er dafür.
Privates Glück auf dem Wasser
Abseits der Bühne verbringt Solbach viel Zeit mit seiner Frau Claudia. Das Paar besitzt ein Segelboot in der türkischen Ägäis.
„Claudia kocht, ich wasche ab. Ich bin der Kapitän und gemeinsam bestimmen wir, wo es langgeht. Das ist unser kleines Paradies, mehr Romantik geht kaum.“Drei Atlantiküberquerungen hat er bereits absolviert. Diese Erfahrungen haben ihn geprägt:
„Auf dem Atlantik, mit nichts als Wasser um sich herum, erkennt man, wie klein und unbedeutend wir sind. Wenn man das verinnerlicht, gewinnt man sehr viel.“
Ein offenes Geheimnis in der Autobiografie
In seiner Autobiografie gewährt Solbach tiefe Einblicke in sein Leben. Dabei offenbarte er, dass sein Onkel tatsächlich sein Vater war. Ein Detail, das zeigt, wie komplex familiäre Biografien sein können.
Was bleibt von Sigmar Solbach?
Sigmar Solbach steht für eine Ära des deutschen Fernsehens, in der Schauspieler noch über Jahre hinweg feste Größen waren. Sein Rückzug war kein Bruch, sondern eine bewusste Entscheidung für künstlerische Substanz und persönliche Freiheit. Mit 80 Jahren genießt er ein Leben, das er selbst bestimmt hat. Das ist bemerkenswert in einer Branche, die oft von äußeren Zwängen dominiert wird.