Russland wählt neues Parlament im Schatten des Ukraine-Krieges
Russland wählt in den kommenden drei Tagen ein neues Parlament. Die Abstimmung über die Staatsduma ist die erste seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Jahr 2022. Kremlchef Wladimir Putin hat die Russen aufgefordert, mit ihrer Stimmabgabe einen Beitrag zum Sieg des Landes in dem Krieg zu leisten. Kritiker bezeichnen die Wahl bereits im Vorfeld als weder fair noch wirklich frei. Sie gilt vor allem als Referendum über die Fortsetzung der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Invasion.
Zweidrittelmehrheit für Geeintes Russland erwartet
Die seit über 20 Jahren regierende Kremlpartei Geeintes Russland erwartet trotz massiver Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit der Bevölkerung eine Zweidrittelmehrheit. Die Anti-Kriegspartei Jabloko wurde von der Wahl ausgeschlossen, die Opposition ist insgesamt nicht zugelassen. Mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen sind aufgerufen, 450 Abgeordnete für die neue Staatsduma in Moskau zu wählen.
UN-Kommission wirft USA und Iran schwere Verbrechen vor
Eine UN-Untersuchungskommission hat den Konfliktparteien USA und Iran schwere Verbrechen gegen Zivilisten mit vielen Toten vorgeworfen. Es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass es sich bei zwei US-Luftangriffen im Iran, bei denen mindestens 178 Zivilisten getötet wurden, um Kriegsverbrechen handele, teilte die Kommission am Donnerstag in Genf mit. Die US-Regierung hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. Zudem hätten die iranischen Behörden bei der gewaltsamen Niederschlagung regierungskritischer Proteste ab Dezember Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, so der UN-Bericht.
Die Untersuchungskommission war vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzt worden. Weder der Iran noch die USA oder Israel gehören dem Menschenrechtsrat an. Die USA und Israel hatten Ende Februar mit massiven Angriffen den Iran-Krieg begonnen.
Kanada strebt vertiefte Partnerschaft mit der EU an
Der kanadische Ministerpräsident Mark Carney hat den Vorstoß für eine „assoziierte“ EU-Mitgliedschaft seines Landes begrüßt und Europa die Hand zu einer vertieften Partnerschaft gereicht. Umfragen zeigten, dass eine überwältigende Mehrheit der Kanadier deutlich engere Beziehungen unterstütze, sagte Carney in einer Rede vor dem EU-Parlament in Straßburg. Eine Zusammenarbeit biete sich etwa bei kritischen Rohstoffen, in der Verteidigungsindustrie, bei Künstlicher Intelligenz, in der Raumfahrt und mit Blick auf die Energiesicherheit an.
Sowohl die Europäische Union als auch Kanada sehen sich derzeit wachsendem Druck durch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ausgesetzt. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte Kanada am Mittwoch vorgeschlagen, ein „assoziiertes“ EU-Mitglied zu werden. Zugleich hatte sie eine gemeinsame Politik in der Arktis angekündigt.
Schwedens Regierungschef tritt nach Wahlschlappe zurück
Nach dem Sieg der Opposition bei der Parlamentswahl in Schweden stellt Ministerpräsident Ulf Kristersson sein Amt zur Verfügung. Das Wahlergebnis mache die Bildung einer neuen Regierung kompliziert, schrieb der konservative Politiker in seinem Rücktrittsgesuch. Nun sei „konstruktive Offenheit der Parteien“ nötig.
Bei der Wahl am Sonntag hatte das linksgerichtete Lager laut vorläufigem Wahlergebnis eine knappe Mehrheit errungen. Die Parteien, die die Sozialdemokratin Magdalena Andersson als Regierungschefin stützen würden, kamen auf 176 von 349 Mandaten. Die Sozialdemokraten selbst wurden mit 28 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Die bisherige Regierung aus Kristerssons Konservativen, Liberalen und Christdemokraten erreichte gemeinsam mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten 173 Sitze.
Debatte um Spritpreise in Deutschland und der EU
In der Debatte um Entlastungen für Autofahrer wegen der hohen Spritpreise hat der Allgemeine Deutsche Automobilclub ADAC eine Stromsteuersenkung gefordert, als Entlastung für alle Verbraucher und als Anreiz für den Umstieg auf E-Autos. Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU sprach sich zuletzt für eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf Sprit aus. Die SPD forderte einen Preisdeckel, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) setzt sich außerdem für eine Übergewinnsteuer auf EU-Ebene ein.
Die Finanzminister der Europäischen Union kommen an diesem Freitag zu einem zweitägigen Treffen in Dublin zusammen. Es wird erwartet, dass es dann auch um eine mögliche Begrenzung der Treibstoffpreise gehen wird.
Bericht: Täglich werden Kinder Opfer von Explosivwaffen
Mehr als fünf Kinder pro Tag werden laut der Organisation Save the Children weltweit durch Explosivwaffen verletzt oder getötet. Der Durchschnittswert ergebe sich aus der Gesamtzahl aller Mädchen und Jungen, die von Landminen, Drohnen, Blindgängern oder improvisierten Sprengsätzen getroffen werden. In den Jahren 2020 bis 2025 seien dies insgesamt 12.000 Kinder gewesen, teilte Save the Children in London mit.
Vor allem der zunehmende Einsatz von Kampfdrohnen stelle eine Bedrohung für Mädchen und Jungen in Konfliktgebieten dar. Allerdings litten Kinder auch dann, wenn sie nicht direkt getroffen würden. Denn immer häufiger werde durch Angriffe etwa der Zugang zu Schulen, Krankenhäusern, Wohnhäusern oder humanitärer Hilfe erschwert.
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