Nahost-Krise eskaliert: Trump droht Iran mit Bombardierung strategischer Gasfelder
Die Spannungen im Nahen Osten erreichen einen neuen Höhepunkt, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran mit der Bombardierung des wichtigen Gasfelds "South Pars" gedroht hat. Diese Drohung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender iranischer Angriffe auf Energieanlagen in den Golfstaaten.
Trumps Ultimatum an Teheran
Über die Plattform Truth Social warnte Trump vor einem Angriff "mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat", sollte das Land weiter Katars Gasindustrie attackieren. Gleichzeitig versicherte er, dass Israel das strategisch wichtige Gasfeld nicht erneut angreifen werde, solange der Iran seine Attacken auf Katar einstellt.
Der US-Präsident betonte, dass die Vereinigten Staaten von Israels vorherigem Angriff auf das Gasfeld am Mittwoch nichts gewusst hätten. Dieser sei "aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten" erfolgt, während Katar in keiner Weise daran beteiligt gewesen sei.
Iranische Angriffe treffen Energieinfrastruktur
Die regionalen Spannungen manifestieren sich in einer Serie von Angriffen auf kritische Energieanlagen. In Kuwait traf ein Drohnenangriff die Mina-Al-Ahmadi-Raffinerie, wobei ein Feuer ausbrach, aber keine Verletzten zu beklagen waren. Iranische Raketenangriffe beschädigten weitere Flüssiggas-Anlagen in Katar und führten zu "erheblichen Bränden und weitreichenden zusätzlichen Schäden".
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sind betroffen: Nach einem Raketenangriff mussten eine Gasanlage in Habschan und ein Ölfeld namens Bab geschlossen werden, nachdem herabstürzende Trümmerteile zu "Vorfällen" geführt hatten.
Europäische Reaktionen und wirtschaftliche Folgen
Die Blockade der Straße von Hormus trifft europäische Staaten unterschiedlich hart. Laut einer Studie des Wiener Supply Chain Intelligence Institute ist Italien mit jährlich 9,8 Milliarden US-Dollar am stärksten betroffen, da es hauptsächlich Gas aus den blockierten Golfstaaten importiert. Deutschland zeigt sich mit Importen im Wert von 5,7 Milliarden US-Dollar "breiter diversifiziert".
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) lässt unterdessen die Einführung einer Übergewinnsteuer auf Krisenprofite von Mineralölkonzernen prüfen. Die Erlöse sollen zur Anhebung der Pendlerpauschale verwendet werden, um Berufspendler zu entlasten.
Internationale Diplomatie unter Druck
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte nach Gesprächen mit Trump und dem Emir von Katar ein Aussetzen der Angriffe auf Öl- und Gasanlagen. "Die Zivilbevölkerung und ihre grundlegenden Bedürfnisse müssen, genauso wie die Energieversorgung, vor der militärischen Eskalation geschützt werden", erklärte er.
Saudi-Arabien behält sich unterdessen "militärische Maßnahmen" vor und warnte den Iran vor weiteren Konsequenzen. Außenminister Faisal bin Farhan betonte: "Das Königreich wird diesem Druck nicht nachgeben, im Gegenteil, dieser Druck wird nach hinten losgehen."
Das Pentagon hat dem Weißen Haus einen Antrag über mehr als 200 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Iran-Krieges vorgelegt, was die Dimension der militärischen Eskalation verdeutlicht.