Iran-Krieg eskaliert: Sicherheitschef Laridschani bei israelischem Angriff getötet
Der einflussreiche iranische Sicherheitschef Ali Laridschani ist nach israelischen Angaben bei einem gezielten Luftangriff in Teheran getötet worden. Der konservative Politiker galt als zentrale Figur im iranischen Machtapparat und soll für Verhandlungen mit den USA infrage gekommen sein.
Trump schließt Bodentruppen-Einsatz nicht aus
US-Präsident Donald Trump hat einen Einsatz von Bodentruppen im Iran trotz Warnungen aus Teheran vor einem "zweiten Vietnam" nicht ausgeschlossen. "Nein, ich habe keine Angst davor. Ich habe vor gar nichts Angst", erklärte der Republikaner im Weißen Haus. Diese Äußerung erfolgte, nachdem der Iran mit den traumatischen Erfahrungen der USA im Vietnam-Krieg gedroht hatte.
Internationale Spannungen nehmen zu
Bundesaußenminister Johann Wadephul rechnet nicht mit einem Regime-Wechsel im Iran. "Ich glaube nicht, dass das passiert", sagte er bei einer Medienveranstaltung in Berlin. US-Außenminister Marco Rubio habe ihm mitgeteilt, Ziel der Angriffe sei die Zerstörung der Atom- und Raketenprogramme.
Trump kritisierte die NATO-Verbündeten scharf für ihre Weigerung, sich am Krieg gegen den Iran zu beteiligen. Die meisten Partner hätten ihm mitgeteilt, dass sie nicht in den Konflikt verwickelt werden wollten. US-Senator Lindsey Graham beschrieb Trump als "noch nie so wütend" wegen der europäischen Haltung.
Humanitäre Krise im Libanon verschärft sich
Die Vereinten Nationen warnen vor einer sich verschärfenden humanitären Krise im Libanon. "Die Vertreibung nimmt unglaublich schnell zu", erklärte UN-Koordinator Imran Riza. Hunderttausende hätten ihre Häuser verlassen, viele nur mit den Kleidern am Leib. Nach Regierungsangaben ist fast ein Fünftel der Bevölkerung auf der Flucht.
Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon wurden drei libanesische Soldaten getötet. Die israelische Armee erklärte, der Vorfall werde geprüft, man gehe gegen die Hisbollah vor und nicht gegen die libanesischen Streitkräfte.
Straße von Hormus bleibt blockiert
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte, dass die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus nicht unabhängig vom Krieg aufgehoben werden könne. Durch die Meerenge werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert.
Trotz der anhaltenden Spannungen stellte Trump ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht, blieb jedoch wie schon in vorherigen Ankündigungen vage.
Proteste und Rücktritte in den USA
Der Leiter des US-Terrorabwehrzentrums, Joseph Kent, trat aus Protest gegen den Iran-Krieg zurück. "Ich kann den andauernden Krieg im Iran nicht guten Gewissens unterstützen", schrieb Kent. "Der Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für unser Land dar, und es ist offensichtlich, dass wir diesen Krieg begonnen haben."
Deutschland und vier weitere westliche Staaten riefen Israel zum Verzicht auf eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon auf. "Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.