Haftbefehl gegen Telegram-Gründer: Russlands FSB geht gegen Durow vor
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einen internationalen Haftbefehl gegen Pawel Durow, den Gründer des Onlinedienstes Telegram, erlassen. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet, wird Durow die Ermöglichung terroristischer Aktivitäten vorgeworfen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund des anhaltenden Ukraine-Krieges, in dem Telegram eine zentrale Rolle für die Verbreitung von Informationen spielt.
Wie viele russische Verluste meldet Kiew?
Das ukrainische Verteidigungsministerium beziffert die Zahl der am vergangenen Tag getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf 1310. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 seien insgesamt 1.443.450 russische Soldaten eliminiert worden. Zudem seien rund 12.000 Panzer und mehr als 430.000 Drohnen zerstört oder nicht mehr im Besitz des russischen Militärs. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, Moskau hält sich mit Informationen zu eigenen Verlusten zurück.
Selenskyj: Putin hat die Initiative verloren
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht eine entscheidende Wende im Krieg. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News sagte er: „Die Initiative liegt jetzt nicht mehr in Putins Händen. Und das ist die wesentliche Veränderung.“ Putin weigere sich jedoch, einen Waffenstillstand zu erklären. Selenskyj hielt sich zu Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Senator Lindsay Graham in den USA auf und traf dort auch US-Präsident Donald Trump.
Welche Auswirkungen haben ukrainische Drohnenangriffe auf Russland?
Ukrainische Drohnenangriffe treffen zunehmend die russische Infrastruktur. In der zentralrussischen Stadt Rjasan wurde ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries getroffen, das in Brand geriet. Das Unternehmen evakuierte das Zentrum, nannte aber keinen Grund. Der Gouverneur der Region, Pawel Malko, sprach von einem massiven Drohnenangriff, bei dem auch eine der größten Ölraffinerien des Landes beschädigt wurde. Rjasan liegt rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau.
In der ukrainischen Hafenstadt Odessa explodierte am Morgen ein Auto auf dem Innenhof eines Hochhauses. Der 49-jährige Fahrer wurde verletzt, als er den SUV startete. Die Polizei ermittelt zur Ursache.
Welche militärische Unterstützung erhält die Ukraine von den USA?
US-Präsident Donald Trump hat der Ukraine die Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen zugesagt. Selenskyj bestätigte dies im Fox-News-Interview: „Er hat zugesagt, uns die Lizenzen zu erteilen.“ Die Ukraine hofft, die Produktion der dringend benötigten Abwehrraketen gegen russische ballistische Raketen selbst steigern zu können.
Der US-Senat hat zudem den Weg für schärfere Sanktionen gegen Moskau freigemacht. In einer ersten Verfahrensabstimmung stimmten die Senatoren mit 86 zu zwölf Stimmen für einen Gesetzentwurf, der US-Präsident Trump die Befugnis erteilen würde, Zölle von bis zu 100 Prozent auf Importe aus Ländern wie China und Indien zu erheben, die in großem Umfang russisches Öl und Gas kaufen. Die Abstimmung fand am Tag der Beerdigung des republikanischen Senators Lindsey Graham statt, einem der einflussreichsten Unterstützer der Ukraine.
Wie reagiert Russland auf die Kriegslage?
Der Kreml meldet, dass sich im ersten Halbjahr rund 200.000 Freiwillige für den Krieg gemeldet hätten. Vizechef des nationalen Sicherheitsrates Dmitri Medwedew wies Behauptungen über eine geplante Mobilmachung zurück. Diese Angaben lassen sich nicht überprüfen. Bereits 2022 hatte der Kreml eine Zwangsrekrutierung dementiert, bevor sie dann doch kam und Hunderttausende zur Flucht trieb.
Laut dem ukrainischen Analyseblog Deepstate versuchen russische Streitkräfte einen neuen Vorstoß in der Region Charkiw, nahe dem Grenzdorf Artilne. Ziel sei es, eine Pufferzone entlang der nördlichen Grenze der Ukraine zu errichten.
Welche diplomatischen Schritte unternimmt die Ukraine?
Nach einem tödlichen Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer rief der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha seinen Teheraner Kollegen Abbas Araghtschi an. Er räumte ein, dass die Ukraine ein ziviles Schiff angegriffen und einen iranischen Staatsangehörigen getötet habe. Sybiha forderte den Iran auf, auf eskalierende Schritte zu verzichten und jede Unterstützung für den russischen Angriffskrieg einzustellen. „Dieser Krieg ist illegal, und er muss enden“, sagte der Minister.
Wie wirken sich ukrainische Angriffe auf den russischen Kraftstoffmarkt aus?
Knapp zwei Monate nach Beginn von Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland infolge ukrainischer Angriffe wurden in mehreren Regionen die Beschränkungen aufgehoben oder gelockert. Betroffen sind unter anderem Moskau, St. Petersburg sowie Regionen im Süden wie Rostow, Wolgograd und Krasnodar. Die Mineralölkonzerne Lukoil, Teboil und Gazprom Neft hoben die Abgabebeschränkungen an ihren Tankstellen vollständig oder teilweise auf.
FAQ
Warum wurde ein Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Durow erlassen?
Der FSB wirft Durow die Ermöglichung terroristischer Aktivitäten vor. Hintergrund ist die Nutzung von Telegram für die Verbreitung von Kriegsinformationen, die aus russischer Sicht problematisch ist.
Wie viele russische Soldaten wurden nach ukrainischen Angaben getötet?
Laut ukrainischem Verteidigungsministerium wurden seit Kriegsbeginn 1.443.450 russische Soldaten eliminiert. Diese Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar.
Welche neuen Sanktionen plant der US-Senat gegen Russland?
Der US-Senat hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der Zölle von bis zu 100 Prozent auf Importe aus Ländern vorsieht, die russisches Öl und Gas kaufen, um den wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erhöhen.