Hacker-Pschorr auf der Oiden Wiesn: Schützenlisl setzt auf Biervielfalt
Die Oide Wiesn auf dem Münchner Oktoberfest steht in diesem Jahr für eine Neuerung: In der Schützenlisl wird erstmals Hacker-Pschorr aus dem Holzfass ausgeschenkt. Damit endet eine lange Augustiner-Tradition in diesem Zelt, während das neue Wirte-Trio auf eine größere Auswahl setzt.
Warum wechselt die Schützenlisl von Augustiner zu Hacker-Pschorr?
Bislang floss in der Schützenlisl sowie im benachbarten Festzelt und der Boandlkramerei ausschließlich Augustiner. Das neue Wirte-Trio um Florian Fendt, Manfred Kneifel und Michael Bietsch hat sich jedoch für eine Veränderung entschieden. „Wir bringen die Biervielfalt zurück“, sagt Fendt. „Die Oide Wiesn war anfangs ja nie als reines Augustiner-Dorf konzipiert.“
Die Vertragsverhandlungen mit Josef Wildgruber von der Brauerei Hacker-Pschorr dauerten nur etwa eine halbe Stunde. Wildgruber betont bei der Übergabe des ersten Fasses: „Wir fühlen uns sehr würdig repräsentiert. Nach zwei Jahren Pause mit unserer Holzfasskompetenz wieder auf der Oidn Wiesn vertreten zu sein, freut uns ungemein.“
Wie funktioniert der Ausschank aus dem Holzfass?
Zum Einstand wurde ein Mini-Fass mit 30 Litern geliefert. Ab Samstag wird in der Schützenlisl jedoch aus 100-Liter-Holzfässern gezapft. In Randzeiten kommen 50-Liter-Fässer zum Einsatz. Der Grund: Ein Holzfass soll nie lange offen sein. Zwar kann das Bier nicht „kippen“, aber es verliert nach etwa einer Viertelstunde spürbar an Kohlensäure.
Braumeister Max Mirlach erklärt die Besonderheiten: „Das Bier ist niedriger gespundet, enthält also nur seine biereigene Kohlensäure. Außerdem fließt es, im Gegensatz zum Zapfen vom Tank, nicht durch den Durchlaufkühler. Allein das Holzfass hält die Temperatur.“ Die Fässer werden bei null Grad gelagert.
Eine Neuheit setzen die Wirte zudem bei den Keferloher Krügen um: Nach dem Spülen werden sie gekühlt. „Dann hat der Steinzeugkrug unter dem Zapfhahn nur zwei, drei Grad“, so Fendt. Dadurch kommt das Bier selbst im höchsten Trubel mit acht Grad Trinktemperatur am Tisch an.
Welcher Aufwand steckt hinter der Holzfass-Tradition?
Die Holzfässer erfordern deutlich mehr Handarbeit als Biertanks. Während Tanks auf der Wiesn bis zu 28.000 Liter fassen und in etwa 45 Minuten befüllt werden, ist beim Fassl jeder einzelne Schritt manuell. Der Bestand umfasst rund 250 100-Liter-Fässer und 500 50-Liter-Fässer. Gereinigt werden sie mit Wasser und Säuren zur Desinfektion, eine Sprinkleranlage hält sie feucht. Zwei Mitarbeiter, die auch als Schäffler aktiv sind, kümmern sich in Langwied um das Befüllen.
Braumeister Mirlach schätzt, dass er pro Jahr etwa 150 Fässer anzapft. Auch bei der feierlichen Eröffnung in der Schützenlisl sitzt der Wechsel nach einem Schlag. Die Wirte stoßen gemeinsam mit dem Braumeister, dem Wiesn-Vertriebler und den Handwerkern auf die Biervielfalt der Oidn Wiesn an.
Was bedeutet das für die Besucher der Oiden Wiesn?
Besucher der Schützenlisl können sich in diesem Jahr auf eine neue Biersorte freuen. Die Oide Wiesn bleibt damit ein Ort, an dem Tradition und Wandel nebeneinander bestehen. Während andere Zelte weiterhin auf Augustiner setzen, bietet die Schützenlisl nun eine Alternative für alle, die Hacker-Pschorr aus dem Holzfass probieren möchten.