Frühstück: Expertin warnt vor versteckten Zuckerfallen
Ernährungsexpertinnen erklären, wie ein ausgewogenes Frühstück aussieht und welche Fehler viele Menschen morgens machen. Dabei zeigt sich: Haferflocken sind gesund, aber nicht alles.
Die Darm-Expertin Michaela Axt-Gadermann und die Ernährungsberaterin Carolin Kotke geben überraschende Einblicke in die optimale Morgenmahlzeit. Ihre wichtigste Botschaft: Abwechslung ist der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung.
Haferflocken: Gesund, aber richtig zubereitet
Haferflocken haben zu Recht den Status eines Frühstücks-Superfoods erhalten. "Haferflocken sind reich an Ballaststoffen, die dem Mikrobiom guttun, und haben einen hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten, Eiweiß und ungesättigten Fettsäuren", erklärt Axt-Gadermann.
Jedoch gibt es einen wichtigen Hinweis: Werden Haferflocken zu Brei verkocht, steigt ihr glykämischer Index. Die Lösung sind Overnight Oats, bei denen die Haferflocken über Nacht in Flüssigkeit eingeweicht werden.
Das Einweichen hat einen weiteren Vorteil: "Weicht man die Haferflocken mindestens 30 Minuten lang ein, werden Phytate abgebaut und Mineralstoffe und Spurenelemente können besser vom Körper aufgenommen werden", so die Expertin.
Vielfalt statt Eintönigkeit
"Die beste Empfehlung für eine gesunde Ernährung ist Abwechslung und Kombination", betont Axt-Gadermann. Als Faustregel empfiehlt sie etwa 20 verschiedene Obst- und Gemüsesorten pro Woche.
Kotke ergänzt: "Das perfekte Frühstück sollte ausgewogen und vielseitig sein. Es ist wichtig, dass das Frühstück aus einer guten Kombination an Nährstoffen besteht."
Empfohlene Kombinationen
Beide Expertinnen empfehlen folgende Kombinationen:
- Haferflocken mit Beeren, Bananen oder Äpfeln
- Eine Handvoll Nüsse und Samen für gesunde Fette und Proteine
- Griechischer Joghurt mit Probiotika, Nüssen und Beeren
- Eierspeise mit Gemüse für wertvolle Proteine
Überraschend: Auch dunkle Schokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil ist aufgrund ihrer Antioxidantien bereits am Morgen erlaubt.
Kaffee: Unterschätzter Gesundheitsbooster
Kaffee hat laut Axt-Gadermann einen zu schlechten Ruf. "Aktuelle Studien zeigen, dass Kaffeekonsum gut fürs Gehirn ist. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, kann sein Risiko für Alzheimer und Parkinson senken."
Die Expertin empfiehlt sogar drei bis fünf Tassen täglich, da die enthaltenen Polyphenole gut für das Mikrobiom sind und die Darmgesundheit unterstützen.
Häufiger Fehler: Versteckte Zuckerfallen
"Häufiger Fehler morgens ist, dass lediglich zu einfachen Kohlenhydraten gegriffen wird und leider auch zu Zucker, der sich in Brot, Aufstrichen, Joghurt oder Fertig-Müslis versteckt", warnt Kotke.
Diese Zuckerfallen sorgen dafür, dass Menschen nur kurzfristig satt sind, schnell wieder Hunger haben und sich müde und träge fühlen.
Die Lösung ist einfach: Statt Müsliriegel oder Cornflakes sollten zuckerfreie Alternativen wie Haferbrei oder Joghurt mit Obst und Nüssen gewählt werden, um den Körper optimal für den Tag zu stärken.