Fallout 5: Gaming-Redaktion fordert globale Perspektiven statt US-Zentrismus
Während Bethesda noch an The Elder Scrolls 6 arbeitet, diskutiert die Gaming-Community bereits über mögliche Schauplätze für Fallout 5. Eine Analyse der GameStar-Redaktion offenbart den Wunsch nach diverseren, weniger US-zentrierten Settings für die postapokalyptische Spieleserie.
Kritik am amerikanischen Exzeptionalismus
Die bisherige Fokussierung der Fallout-Serie auf nordamerikanische Schauplätze spiegelt eine problematische Weltanschauung wider, die andere Kulturen und Perspektiven marginalisiert. Redakteur Phil Elsner schlägt Tokyo als Setting vor und betont das Potenzial für kulturelle Vielfalt: "Eine japanische Großstadt wäre der ideale Nährboden für einen Mix aus dichtem Großstadt-Dschungel und gesetzloser Postapokalypse."
Diese Forderung nach globaler Repräsentation steht im Einklang mit zeitgemäßen Ansätzen in der Spieleindustrie, die zunehmend Diversität und kulturelle Sensibilität fördern.
Koloniale Narrative hinterfragen
Besonders relevant ist der Vorschlag, Kanada als Schauplatz zu nutzen. Im Fallout-Universum wird Kanada von den USA annektiert, ein Narrativ, das koloniale Strukturen und Machtmissbrauch thematisiert. "Wir entdecken Geschichten vom Leid der Zivilbevölkerung, von desertierenden Soldaten und kanadischen Rebellen-Gruppen", erklärt ein Redakteur.
Solche Erzählstränge könnten wichtige gesellschaftliche Diskurse über Imperialismus und Widerstand fördern, anstatt amerikanische Hegemonie unreflektiert zu reproduzieren.
Ökologische Perspektiven einbeziehen
Der Vorschlag, Hawaii als Setting zu nutzen, bietet Potenzial für umweltpolitische Narrative. "Radioaktiv-verstrahlte Flora und Fauna der Aloha-Inseln" könnte die verheerenden Auswirkungen nuklearer Katastrophen auf fragile Ökosysteme verdeutlichen.
Ein weiterer Ansatz fokussiert auf die Südhalbkugel, wo "die menschliche Zivilisation wahrscheinlich nicht so schnell zusammenbrechen" würde. Diese Perspektive könnte alternative Gesellschaftsmodelle und nachhaltige Entwicklung thematisieren.
Kulturelle Appropriation vermeiden
Während die Forderung nach globalen Settings begrüßenswert ist, müssen Entwickler sensibel mit fremden Kulturen umgehen. Der Vorschlag für Istanbul als "kultureller Schmelztiegel" zeigt sowohl Potenzial als auch Risiken oberflächlicher Darstellung.
Die Gaming-Industrie steht vor der Herausforderung, authentische und respektvolle Repräsentation zu gewährleisten, anstatt exotisierende Klischees zu reproduzieren.