Die britische Geschwisterband Kitty, Daisy & Lewis hat am 27. Oktober 2026 das ausverkaufte Huxleys Neue Welt in Berlin mit einem Konzert bestritten, das traditionellen Rock 'n' Roll, Swing und Blues mit einer Präzision bot, die laut Berichten oft über die Originale hinausgeht. Nur der Platzmangel in der Halle verhinderte eine echte Tanzparty.
Wie tagesschau.de berichtet, eröffnete Lewis den Abend allein am E-Piano mit einem schwitztreibenden Boogie-Woogie, bevor seine Schwestern Kitty an der Les Paul und Daisy am Schlagzeug die Bühne vervollständigten. Der Kontrabassist Jack, Kittys Ehemann, und der Vater der drei Geschwister an der Westerngitarre rundeten das Familienensemble ab.
Familienbetrieb mit analogen Wurzeln
Vater und Mutter Durham, selbst Schlagzeugerin, hatten ihren Kindern den Rock 'n' Roll, Swing und Blues aus den 1940er und 1950er Jahren von klein auf vermittelt. In der Schule galten die drei als schrecklich unmodern, weil sie als einzige auf Chuck Berry oder Bill Haley standen, wie Lewis in einer Ansage erzählte. 2008 erschien das erste Album, danach wuchsen die Locations stetig. Inzwischen sind die Geschwister Mitte dreißig, und ein Ende der Laufbahn ist nicht in Sicht.
Wie kann man mit so wenigen Trommeln so viel Schlagzeug spielen?
Nach fast jedem Song wechseln die drei Musiker die Instrumente; jeder beherrscht jedes. Besonders stark ist die Band laut Konzertbericht, wenn Daisy hinter dem Schlagzeug sitzt. Eine Hi-Hat tickt wie ein Metronom, ein einzelnes Becken, Bassdrum und Snare genügen, um einen Beat durch die Halle zu treiben, für den andere Bands ein ganzes Arsenal an Kesseln benötigen.
Bei Kitty, Daisy & Lewis ist nicht nur alles analog, sondern auch konsequent reduziert. Das eigene Studio in London kommt ohne digitale Geräte aus, auf der Bühne gibt es nicht einmal einen Roadie. Als Lewis bei einem ekstatischen Solo eine Saite riss, holte er selbst eine neue und zog sie unter den Zurufen des Publikums auf. Das wirkte nicht unprofessionell, sondern ausgesprochen sympathisch.
Geteilte Gitarren, geteilte Bierflaschen
Die Band teilt sich Gitarren, Mikrofone und sogar die Bierflaschen, die auf der Bühne verteilt stehen. Der Humor ist typisch britisch: Als Lewis beklagte, dass sich zu Hause der Müll stapelt und niemand ihn runterbringt, unterbrach ihn seine Schwester trocken mit den Worten:
