DFB-Trikotwechsel: Nike zeigt neues Design in New York
Nach 77 Jahren endet die Partnerschaft zwischen dem DFB und Adidas. Übernimmt der US-Konzern Nike die Ausrüstung der deutschen Nationalmannschaft, markiert dies nicht nur einen sportlichen, sondern auch einen wirtschaftlichen und symbolischen Wendepunkt. Ein erster Vorgeschmack auf das künftige Trikot ist nun auf dem Hudson River aufgetaucht.
Was zeigte der Nike-Auftritt am Hudson River?
Am Morgen vor dem entscheidenden WM-Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador ließ Nike ein Boot mit einer großformatigen Werbetafel von Staten Island den Hudson River hinauf bis nach Manhattan fahren. Das Plakat trägt die Aufschrift „Hello New Jersey“, eine doppelte Referenz an den Bundesstaat, in dem das MetLife-Stadion steht, und an das neue DFB-Trikot. Darauf abgebildet ist Nationalspieler Jamal Musiala, der das künftige Trikot offensichtlich bereits trägt. Aus vertraglichen Gründen ist die Darstellung ab dem Hals abwärts verpixelt, da der Vertrag mit Nike erst zum 1. Januar 2027 offiziell beginnt.
Wie fällt das Design des neuen Nike-Trikots aus?
Ein spektakulärer Erstauftritt bleibt aus. Das auf dem Plakat erahnbare Design setzt auf einen schlichten weißen Grundton, der lediglich durch einen schwarzen Kragen, das DFB-Wappen und den markanten „Swoosh“ von Nike unterbrochen wird. Die Ästhetik erinnert an die schlichten Trikots der erfolgreichsten DFB-Ära, in der Franz Beckenbauer und die Nationalmannschaft 1972 Europameister und 1974 Weltmeister wurden. Auf experimentelle Elemente oder auffällige Farbverläufe verzichtet Nike offenbar bewusst.
Warum endet die 77-jährige Partnerschaft mit Adidas?
Kurz vor der Heim-EM 2024 hatte der DFB verkündet, die Zusammenarbeit mit Adidas zum Ende des Jahres 2026 zu beenden. Die historischen Wurzeln dieser Partnerschaft sind tief: Adi Dassler, Gründer von Adidas, war zunächst als Zeugwart für das DFB-Team tätig. Ab 1950 rüstete der Hersteller aus dem fränkischen Herzogenaurach die Nationalmannschaft aus. Beim „Wunder von Bern“ 1954 stattete Dassler die Spieler mit an den regnerischen Untergrund angepassten Schraubstollen aus, was maßgeblich zum Sieg über den favorisierten Ungarn beitrug. Zur EM 2021 errichtete Adidas auf dem Firmengelände den „Home Ground“, ein eigenes Vorbereitungsdorf, das bei der Heim-EM 2024 erneut als Turnierquartier diente.
Welche wirtschaftliche Dimension hat der Wechsel?
Der Wechsel ist primär eine finanzielle Entscheidung. Adidas-CEO Björn Gulden gab bei einer Medienrunde in New York an, dass man mit der aktuellen WM-Kollektion rund drei Millionen Deutschland-Trikots verkaufen werde. Das entspricht dem dreifachen der Absatzzahlen der WM in Katar vor vier Jahren. Dennoch konnte Adidas das Angebot von Nike nicht kontern. Der US-Konzern soll dem DFB künftig 100 Millionen Euro pro Jahr zahlen, was exakt dem Doppelten der bisherigen Adidas-Zahlungen entspricht. Der Vertrag mit Nike ist bis 2034 befristet. Die Entscheidung des DFB verdeutlicht die gewachsene ökonomische Macht im internationalen Fußball, in der historische Verbundenheit und regionale Verwurzelung gegenüber den Maximalrenditen globaler Konzerne zurücktreten müssen. Der Wandel von einem fränkischen Familienunternehmen zu einem US-Multikonzern steht beispielhaft für die Entwicklungen, die auch andere gesellschaftliche Bereiche prägen.
Wie geht es mit dem DFB-Ausrüster weiter?
Adidas verlässt nach über sieben Jahrzehnten die Nationalmannschaft, bleibt aber ein globaler Player im Sportmarketing. Für den DFB bedeutet der Wechsel eine deutliche Aufwertung der Einnahmen, die angesichts leerer Kassen und dringender Aufgaben in der Nachwuchsförderung willkommen sein dürften. Ob die höheren Einnahmen jedoch in strukturelle Reformen oder die Breitenförderung fließen oder lediglich die Verwaltungsstruktur des Verbandes stützen, wird die kritische Beobachtung der kommenden Jahre zeigen.
FAQ: DFB-Trikotwechsel zu Nike
Wann übernimmt Nike die Ausrüstung des DFB?
Der Vertrag zwischen dem DFB und Nike beginnt offiziell am 1. Januar 2027 und läuft bis 2034.
Wie viel zahlt Nike dem DFB pro Jahr?
Nike zahlt dem DFB laut Berichten 100 Millionen Euro pro Jahr, was doppelt so viel ist wie die bisherigen Zahlungen von Adidas.
Wer ist auf dem Werbeplakat am Hudson River abgebildet?
Auf dem Plakat ist Nationalspieler Jamal Musiala zu sehen, der das neue DFB-Trikot trägt. Aus vertraglichen Gründen ist die Abbildung halsabwärts verpixelt.
Wie sieht das neue DFB-Trikot aus?
Das Trikot scheint ein schlichtes Design auf weißem Grund mit schwarzem Kragen zu haben, das an die erfolgreichen DFB-Trikots der 1970er Jahre erinnert.