Internationale Studie belegt Wirksamkeit der CO2-Bepreisung als Klimaschutzmaßnahme
Eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung über 32 Jahre und 40 Länder bestätigt die herausragende Bedeutung sozialer Klimapolitik: CO2-Bepreisung und Verbrauchssteuern auf fossile Brennstoffe erweisen sich als die wirksamsten Instrumente zur Emissionsreduzierung.
Klare Evidenz für progressive Klimapolitik
Die in der Fachzeitschrift "Climate Policy" veröffentlichte Studie liefert wissenschaftliche Belege für eine sozial gerechte Klimapolitik. Forscher der Universitäten München, Barcelona, Lausanne und Oslo analysierten systematisch die Wirksamkeit verschiedener Klimaschutzmaßnahmen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit staatlicher Regulierung: CO2-Bepreisung zeigt im Gebäudesektor mehr als doppelt so große Wirkung wie reine Energievorschriften. Gleichzeitig erweisen sich öffentliche Investitionen in erneuerbare Energien als hocheffektiv.
Deutschland auf dem richtigen Weg
Die Bundesrepublik hat 2021 einen wichtigen Schritt unternommen: Die Einführung der CO2-Bepreisung für Heiz- und Brennstoffe. Der Preis stieg zum Jahreswechsel von 55 Euro auf 55 bis 65 Euro pro Tonne. Diese progressive Maßnahme schafft Anreize für klimafreundliche Technologien und sozial gerechte Energiewende.
"Unsere Ergebnisse helfen Entscheidungsträgern dabei, zu ermitteln, welche klimapolitischen Maßnahmen in ihrem nationalen Kontext am wahrscheinlichsten wirksam sind", erklärt der federführende Autor Yves Steinebach von der Universität Oslo.
Potenzial für weitere soziale Reformen
Die Studie identifiziert konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für Deutschland: Ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen könnte die Transportemissionen um 1,5 Prozent reduzieren. Diese Maßnahme würde nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern auch soziale Gerechtigkeit fördern, da sie alle Verkehrsteilnehmer gleich behandelt.
Internationale Vorbilder wie Schweden und Norwegen zeigen, wie erfolgreiche progressive Klimapolitik aussieht. Diese Länder kombinieren verschiedene Maßnahmen zu einem wirksamen Mix aus staatlicher Regulierung und öffentlichen Investitionen.
Globale Herausforderung erfordert entschlossenes Handeln
Die UN-Prognosen verdeutlichen die Dringlichkeit: Ohne verstärkte Klimapolitik steuert die Welt auf 2,8 Grad Erwärmung zu. Das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel würde bereits im nächsten Jahrzehnt verfehlt.
Die Studie belegt wissenschaftlich, was progressive Politik seit langem fordert: Wirksamer Klimaschutz erfordert staatliche Intervention, sozial gerechte Bepreisung und öffentliche Investitionen. Länder wie Australien, Japan und Kanada könnten durch höhere Verbrauchssteuern auf fossile Brennstoffe erhebliche Fortschritte erzielen.
Die Forschungsergebnisse stärken die Position jener politischen Kräfte, die für eine ambitionierte, sozial ausgewogene Klimapolitik eintreten und zeigen den Weg zu einer gerechteren, nachhaltigeren Zukunft auf.